Reviews

Hell Within

Label: S.A.D. Music (2004)

Die Tatsache, dass Stygma IV nach wie vor überhaupt noch existieren, liegt an dem großen Durchhaltevermögen der Bandmitglieder. Die letzten Jahre waren für die Österreicher nicht gerade einfach. Ständig wechselnde Bandnamen, persönliche Probleme sowie die Suche nach einem Label erschwerten das Musikerdasein doch erheblich. Aber wie sagt man so schön: Was zählt ist der Augenblick. Und da haben Stygma IV mittlerweile ein Label gefunden, unter dem man auch gleich die neue Scheibe „Hell Within“ unter’s Volk gemischt hat. Ein passender Name nach dem nicht gerade kleinen Problemberg der letzten Jahre.

Umso erstaunlicher, dass die Band nichts von ihrer Power eingebüßt hat. „Hell Within“ ist ein erstklassiges Powermetalalbum, dass sich eindeutig von der Masse abhebt. Die Vergleiche mit Savatage lasse ich nicht ganz gelten, dafür schleichen sich vor allem in den progressiven Midtempopassagen leichte Tendenzen zu den früheren Avalon ein. Auf der anderen Seite gibt es auf diesem Album zum Glück reine Kick Ass Songs wie z. B. den Opener ,Mental Power’, dass göttliche genickbrechende ,Night’s Ascending’oder auch das episch angehauchte Shadowman, die an die besten Tage von Morgana Lefay erinnern. Wer’s gern etwas orientalischer mag, ist mit ,The Last Stand’ bestens bedient, ,Point Of No Return’ greift dafür ganz tief in die allseits beliebte Epik Kiste, unterstützt durch die Keys, die leider oftmals klingen, als ob sie auf einem Keyboard aus dem Supermarkt gespielt wurden. Aber das nur am Rande. An erstklassigem Songmaterial mangelt es also bei weitem nicht. Dazu gesellen sich die starken Soli von Gitarrist Günter Maier, die Rhythmussektion um Basser Alex Hilzensauer und Drumer Herb Greisberger ist bestens aufeinander abgestimmt. Nicht vergessen darf man hierbei natürlich auch den Shouter Ritchie Kremaier, der mit seiner energiegeladenen Stimme den kraftvollen und teils melancholischen Songs Leben einhaucht. Wo Lob ist darf natürlich auch Tadel nicht fehlen. Um gleich beim Gesang zu bleiben, die ganz hohen Töne liegen dem Sänger nicht. Das wird vor allem bei ,Tears’ im Chorus deutlich, dass sich nicht mehr so leichtfüßig anhört. Das Cover ,Music’ von John Miles hätte man sich meines Erachtens nach sparen können. Hier sind die Gesangslinien für Ritchie definitiv eine Nummer zu groß, für die musikalische Umsetzung kann ich mich ebenfalls nur schwer begeistern.

Stygma IV haben sich mit „Hell Within“ eindrucksvoll zurückgemeldet, alle Achtung. Bleibt der Band für die Zukunft nur viel Glück zu wünschen, davon hatten sie in der Vergangenheit ja nicht allzu viel.

Oliver Bender






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