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Live In A Dive No.4

Label: Fat Wreck Chords (2003)

Der langerwartete vierte Teil der Fat Wreck Chords „Live In A Dive“-Serie steht nun in den Plattenläden und wartet nur darauf gekauft zu werden. Strung Out ist diesmal die auserwählte Band, der die Ehre zu teil wird ein absolut hochwertiges Live-Album auf den Markt zu werfen. Mehr als 20 Songs werden - wieder einmal - in ein Comicgewand gepackt - das diesmal von Strung Outs Frontröhre Jason Cruz gezeichnet wurde - und mit einem urgewaltigen Sound ausgestattet...

Einem Fat Wreck Chords Sammler sollte der Einstieg bereits bekannt sein, denn mit ‚Too Close To See’ gibt es zum Aufwärmen erstmal einen älteren Song, der trotzdem fast jedem Punkrocker vom Label-Sampler bekannt sein dürfte, wenn nicht sogar muss. Im Anschluss wird erstmal in der reichhaltigen Song-Kiste gekramt und ein paar ältere Tracks ausgepackt, bevor man sich in der nähern Vergangenheit bedient. Das erste richtig krasse Highlight finden wir an der fünften Stelle, denn diese Live-Version von ‚Everyday’ schlägt die auf Platte um Längen. Die Gitarren kommen herrlich melodisch und doch recht aggressiv rüber. Chris am Bass hinterlässt hierbei einen durchaus bleibenden Eindruck, denn diese Bassläufe sind der absolute Wahnsinn, aber auch Sänger Jason beweist eindrucksvoll, dass er es live doch schafft die aggressiven Parts zu singen. Den kompletten Gegensatz gibt es im intro von ‚Velvegt Alley’ zu bestaunen, fast schon gänsehautmäßige Stimmung kommt bei den wunderbar klaren Gitarren auf, bevor man mit den folgenden beiden Tracks ‚Bring Out Your Dead’ und ‚Rottin’ Apple’ zwei Klassiker an den Mann bzw. Frau bringt, das man denkt es könnte gleich schon Schluss sein. Aber weit gefehlt wir befinden uns erst bei knapp 50% dieses Werkes. Eigentlich brauch man es nicht zu erwähnen, aber es ist immer wieder sensationell, dass bei allen Live-Scheiben die 30 Sekunden Songs der Bands vom „Short Music For Short People“-Sampler mitgenommen werden, so auch bei Strung Out (‚Klawsterfobia’). Mein Fave ‚Razor Sex’ hat es ebenfalls auf diesen Silberling geschafft, hier beweist Drummer Jorden seine Fähigkeiten und straft alle Kritiker lügen, denn er ist wirklich so schnell. Am Ende gibt es doch noch einen kleinen Kritikpunkt anzumerken: den absolut geilen Scream aus ‚Savant’ bekommt Frontmann Jason Cruz wohl nie hin, hier versucht er ihn in mehrerer aufzuteilen, was meiner Meinung nach nicht so gut kommt, aber diese 2-3 Sekunden sind eindeutig zu vernachlässigen, außerdem gibt es ja auch Leuten ,denen gerade dieser Schrei auf die Nerven geht, der aggressive Part hingegen kommt perfekt rüber. Als kleines Schmankerl haben die fünf Jungs das Ozzy Cover ‚Bark At The Moon’ eingespielt und mit auf diese CD gepackt. Nach diesen energiegeladenen 68 Minuten ist es dann auch schon wieder vorbei mit der vierten Auflage der „Live In A Dive“-Serie, schade.

Das diesmal das Interview und die beliebten Videos fehlen ist gar nicht so schlimm, denn Strung Out blasen einen richtig an die Wand und hinterlassen einen absolut genialen Eindruck. Kurz gefasst: kauft Euch das Dingen.

Nils Manegold






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