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Rising Symphony

Label: Massacre Records (2003)

Trotz bisheriger 5 Studioalben ist es Stormwind bisher vergönnt geblieben, den Durchbruch zu schaffen, dass letzte Studiorelease „Reflections“ war ganz nett, mehr aber auch nicht. Das nun folgende sechste Album soll diesen Zustand ändern. Beste Chancen hat das Teil allemal, denn nachdem die 10 Songs erstmals durchgelaufen sind, hab ich mich ernsthaft gefragt, ob das noch die gleiche Band ist. Aber erst mal der Reihe nach.

„Rising Symphony“, schon der Klang des neuen Albums verspricht einiges und es bleibt nicht nur beim Versprechen. Da müssen wohl einige geniale Momente während des Songwritings durch die Köpfe der Schweden geschossen sein, denn hier sind gleich mehrere Hochkaräter am Start. Nach dem gemächlichen Intro folgt mit ‚Touch The Flames’ gleich der erste Killer. Schnell, melodisch, kraftvoll und dynamisch geht die Band hierbei zu Werke angetrieben durch das klassisch beeinflusste Gitarrenspiel von Bandleader Thomas Wolf. Das Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Keyboard funktioniert tadellos, zudem gibt der neue Drummer David Wallim (Ex-Blacksmith) höchst vielseitig den Rhythmus vor. Während Sänger Thomas Vikström bei der letzten Scheibe mit seiner großartigen Stimme noch einige schwache Songs rettete, so verleiht er den nun starken Stücken das i-Tüpfelchen. Ob nun rockige, progressiv beeinflusste Stücke (‚Eyes Of Change’) oder etwas düsterere und dramatisch ausgerichtete Tracks (‚Flyer’), Stormwind haben jede Menge gute Argumente, vor allem die kraftvollen Chöre lassen die Wände beben. Meine absoluten Faves auf dieser Scheibe sind ‚Strangers From The Sea’ und ‚Excalibur’. Ersteres beginnt mit einem Gregorian ähnlichen Chor, bevor das Stück im Eiltempo durch die Boxen dröhnt, den Refrain hätten auch Rhapsody nicht besser hingekriegt. ‚Excalibur’ ist ein treibender Midtempostampfer mit epischer Ausrichtung. Stimmlich ist das Stück etwas tiefer angesetzt, der geniale Chorus und die starken Riffs machen diesen Song genau wie das Schwert einzigartig. Sehr gelungen finde ich die Coverversion von ‚White Man’ (im Original von Queen), bei dem erneut der Sänger seine Klasse unter Beweis stellt. Bei so viel Lob muss aber auch erwähnt werden, dass die Ballade ‚River Of Love’ nur so dahin plätschert, ‚Streets Of Prishtine’ hätte gut zum durchschnittlichen letzten Album gepasst. Ohne Intro und den recht kurzen Bonussong bleibt nicht mehr viel an Spielzeit übrig.

„Rising Symphony“ ist eine ganz starke Scheibe, die sich jeder Melodic Metal Fan zu Gemüte führen sollte.

Oliver Bender






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