Reviews

Mehr als 1 Gesicht

Label: EMG Music (2005)

Stimmkraft basiert im Grunde auf Andreas Buttler, der schon vor der Band seine Karriere anfing. Seine erste Veröffentlichung war die Single ‚Gleichschritt’ im Jahre 1992 auf welche erst 1996 das Album „Achterbahn fahr’n“ folgte. Er war ebenfalls als Schauspieler tätig und mimte den Tommy im Film „Der Drücker“, der ihm 1987 den Adolf-Grimme-Preis einbrachte. Später spielte er sogar noch mit Franka Potente in „Downhill City“. Zwecks neue musikalische Grenzen auszuloten begab sich Herr Buttler auf die Suche nach neuen Mitstreitern. Fündig wurde er in Jens Frank (Warlock), Dennis Grube (Ex-Pit Of Doom), Katrin Ebbert (Mambo Kurt), Anja Assmuth (Ex-Duke / Mambo Kurt) und Jörg Michael (Saxon / Stratovarius).

Wenn man ‚Gott’, den Opener, hört, dann bekommt man den Eindruck, dass der Sound der Band sich aus drei Komponenten zusammensetzt: Megaherz (Text / Gitarre / Schlagzeug), Apoptygma Berzerk (Elektronisches Beiwerk) und Jeanette Biedermann (Backing Vocals). Letzteres kommt aber nur im ersten Song zum Einsatz, so dass der erste Track, im Gegensatz zum konsumierbaren Rest, sehr abschreckend poppig wirkt. Der angesprochene ist Mal mehr auf der elektronischen Mal mehr auf der rockigen Seite, doch sind stets beide Komponenten vorhanden. Der Albumtitel ist weise gewählt denn die Facetten der Band scheinen unendlich zu sein. Für den Text zeigt sich, bis auf das Marius Müller-Westernhagen Cover ‚Sexy’, immer Frontmann Andreas verantwortlich, der sich voll und ganz in der Gruppe ausleben kann. Mal geht es etwas flotter und pumpender zu Werk, wie bei ‚Steh Auf’, doch überwiegender ist der Teil der langsamen, düsteren und emotionaleren Stücke wie ‚Angst’. Auch die Romantik hat Andreas für sich entdeckt, wie er in ‚Frei Für Immer’ enthüllt, einer Ballade im Stil von Evanescence’ ‚My Immortal’. Man könnte noch eine lange Liste von deutschen Interpreten aufführen, die ebenfalls Einflüsse auf die Musik von Stimmkraft hatte, doch das würde den Rahmen sprengen. Zum Schluss bleibt es nur noch das oben genannte Cover anzusprechen. Der Westernhagen’sche Rocksong wurde elektronisiert und an die übrigen Tracks angepasst, das macht den Song weder besser noch schlechter, sondern einfach anders.

Die Band ist alles andere als kommerziell, denn sie bietet ihr komplettes Album auf ihrer Homepage zum kostenlosen Download an und das ganz ohne Haken. Wer auf elektronisch beeinflussten Rock und Pop steht, der kann ganz unverbindlich runterladen/reinhören.

Winfried Bulach






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