Reviews

Speedy Gonzales
Electric Stalker

Label: Metal Heaven (2006)

Nein, es handelt sich hierbei nicht um einen Soundtrack zur gleichnamigen Zeichentrickserie. Auch ist nicht bekannt, ob die Jungs bei ihren längst vergangenen Live Auftritten ebenso schnell über die Bühne fegten, wie die schnellste Maus von Mexiko die Katzen abhängte. Ebenso wenig ist überliefert, wie man auf so einen Bandnamen kommen kann; so blöd, dass er fast schon wieder genial ist. Warum dieses Album nun auf den Markt kommt, ist ebenso kurios. Die Band existiert seit 1991 praktisch nicht mehr, bekam nun aber das Angebot, dass damalige Demo für ein Album neu aufzunehmen. Also wurde die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, vier neue Songs zusätzlich geschrieben und zudem mit Marcel Jacob ein prominenter Saitenzupfer für das Album gewonnen.

„Electric Stalker“ startet mit ,Flash Of The Blade’ recht furios. Der Song hat, bezogen auf die Gitarren, einen gewissen Charme von Molly Hatchet (ebenso wie das ebenfalls vertretene ,Shock The Nation’). Eine starke Rhythmusfront sowie der charismatische Sänger Thomas Vikström legen mit dem Opener die Trauben gleich sehr hoch. Das folgende ,Desires Of The Flesh’ kann hier mühelos mithalten während ,Electric Stalker’ einer Huldigung an Judas Priest gleicht. Im weiteren Verlauf der Platte können die Jungs das Niveau leider nicht ganz halten und pendeln stilistisch zwischen AOR und Heavy Rock à a la Pretty Maids. Mit ,Men With Medals’ ist auch die obligatorisch, zumindest musikalisch kitschige Ballade dabei. Im zweiten Teil der Platte wissen nur noch das bereits erwähnte ,Shock The Nation’ und ,Lust And Desire’ (typischer NWOBHM) zu überzeugen, den restlichen Stücken geht leider die Luft ein wenig aus. Die Produktion der Scheibe passt sich dem Entstehungsjahr der Songs an und läßt etwas Old School Feeling aufkommen.

„Electric Stalker“ hat durchaus einige starke Songs auf Lager. Andererseits: hätten wir es hier mit einem früheren Demo von Judas Priest zu tun, könnte ich es noch verstehen. Aber wer ist Speedy Gonzales? Wird wohl ein Album von Vielen bleiben.

Oliver Bender






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