Reviews

Lost In The Translation

Label: Frontiers Records (2004)

Dass Jeff Scott Soto ein weit überdurchschnittlich begabter Rocksänger ist, dürfte sich auch auf dem letzten Bauernhof in Hintertupfing herumgesprochen haben. Dass er nicht unbedingt immer geschmackssicher mit seinen Projekten ist ebenfalls. Es verwundert daher nicht sonderlich, wenn man in seinem Backkatalog so unterschiedliche Ergebnisse findet wie Yngwie Malmsteen, Axel Rudi Pell und Co-Produktionen mit Neal Schon (Journey), andererseits aber auch Ausflüge in den Bereich von Black Music (noch verzeihlich) und Dancefloor (völlig daneben!).

Nun, um gleich die schlimmsten Befürchtungen beiseite zu schieben: die neue CD ist ein sehr ordentlichen Melodic Rock Album geworden. Verantwortlich dafür dürften wohl seine Songwritingpartner sein, nämlich seine Gitarristen aus der JSS Band, plus besagter Neal Schon, der ja bekanntlich sein Handwerk schon Ende der sechziger Jahre bei Carlos Santana lernen durfte, beileibe keine schlechte Adresse für gute Gitarrenarbeit.

Doch nun zu „Lost In The Translation“. Mit dem seit dem Frühjahr bereits als Single/EP ausgekoppelten ,Believe In Me’ legt die Scheibe erst einmal amtlich vor, mit ,Soul Divine’ folgt gleichwertiges Futter und ,Drowning’ fönt ebenfalls sehr amtlich. Die erste Verschnaufpause bekommt man dann bei ,If This Is The End’, einer schönen Ballade, wie sie jede traditionelle Hardrockscheibe benötigt und die einem ausdrucksstarken Sänger erst die richtigen Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, schiebt er gleich eine fett groovende Nummer mit dem Titelsong ,Lost In The Translation’ nach. ,Doin’ Time’ hält etwa das gleiche schleppende Tempo, während ,High Time’ sich leicht verspätet um die zweifelhafte Ehre des Sommerhits 2004 bemüht. ,Beginning 2 End’ ist dann unvermeidliche zweite Ballade der Platte, kann aber nicht ganz an ,If This…’ heran reichen. Das Riff zu ,On My Own’ klingt vergleichsweise aggressiv und mit „Find Our Way“ wird noch einmal ein etwas schnellerer Melodic Rock Song in die Gehörgänge geschickt. Zum Abschluss gibt es dann noch einen Besuch am Lagerfeuer, wo natürlich bei ,Sacred Eyes’ die Wanderklampfe nicht fehlen darf.

Zusammenfassend kann man stehen lassen, dass zwar der Begriff Rockmusik durch „Lost In The Translation“ nicht gerade neu definiert wird, wir aber für Freunde des Genres eine CD vorliegen haben, die man sich risikofrei kaufen kann, wenn man traditionalistisch veranlagt ist.

Frank Scheuermann






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