Reviews

Reign In Hell

Label: Remedy Records (2001)

So langsam aber sicher erblicken wieder hoffnungsvolle deutsche Metalbands das Tageslicht. Nachdem erst vor kurzem Majesty mit ihrem mitreißenden „Sword & Sorcery“ auf sich aufmerksam machen konnten, macht sich mit Solemnity nun die nächste Undergroundband auf, die Szene ordentlich durchzuwirbeln. Kurioserweise wird „Reign In Hell“ bereits zum zweiten Mal veröffentlicht, denn unverständlicherweise konnte die Band im Jahre 2001 kein Label von ihrem Werk überzeugen, sodass die Platte in Eigenregie publiziert wurde. Eigenregie? Wer das Teil in den Händen hält, würde wahrscheinlich niemals darauf kommen, denn die Scheibe ist von Anfang bis Ende professionell aufgemacht. Da wäre zum einen das Coverartwork, für das man einen gewissen Ken Kelly verpflichten konnte, der seiner Fantasy bereits für Manowar und Kiss freien Lauf lies, das Booklet macht ebenfalls einen erstklassigen Eindruck. Doch kommen wir nun zum Wichtigsten: Der Sound des Albums ist phänomenal, die Mucke dröhnt kraftvoll und klar aus den Boxen, sodass keinerlei Störgeräusche beim Hören der Songs aufkommen. Zur Musik kann man nur sagen, dass die Augsburger hier 8 astreine Killersongs aufgenommen haben, die von Anfang bis Ende gnadenlos abgehen. Das Ganze geht zum größten Teil auf den Metal der 80er Jahre zurück, gewisse Einflüssen von Manowar, Overkill oder Metal Church sind bei Solemnity vorhanden, die aber auch von Undergroundbands wie Death SS und Forbidden geprägt wurden. „Reign In Hell“ bietet absolut geilen rifflastigen Heavy Metal, hier und da angereichert mit ein paar Thrasheinflüssen sowie jeder Menge Speed und Power. Sänger Sven ´The Axe´ hat ein herrlich aggressives und teils melancholisches Organ und erinnert in gewissen Phasen an Michael Kiske von Helloween. Die Songs werden teilweise durch Chorstimmen unterstützt, die jedoch nie kitschig oder überdreht wirken. Der Fuß bleibt durchgehend auf dem Gaspedal, lediglich bei der Powerballade ‚Chalice Of Blood’ lassen es die Jungs für Ihre Verhältnisse etwas ruhiger angehen und überraschen durch ein etwas sanfteres Intro bzw. Outro. Schwierig, hier eine Nummer hervorzuheben, da die Stücke alle restlos überzeugen, dennoch möchte ich an dieser Stelle ‚Blood Will Prevail’erwähnen, eine sehr düstere Track mit einem genialen Chorus. Da das Album 8 Songs enthält, der CD-Player aber 66 anzeigt, sei darauf hingewiesen, dass Ihr Euch unbedingt den letzten Song anhören solltet, eine nicht ganz ernst zu nehmende Version des göttlichen ‚Walpurgisnight’, die den Spassfaktor des Album zusätzlich untermauert.

„Reign In Hell“ ist eine der besten Debütscheiben der letzten Jahre, mit der Solemnity einen überragenden Eindruck hinterlassen. Also zögert nicht und holt Euch dieses Killeralbum!

Oliver Bender






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