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Seducia

Label: Dynamic Arts Records (2006)

Mittlerweile drei Jahre liegt die Veröffentlichung des letzten Studioalbums - des ausgesprochen guten, wenn vielleicht auch teilweise etwas überambitionierten Konzeptalbums "Sufferion - Harmatio Of Prudence" - zurück. Seitdem hat sich im Hause der Finnen einiges getan. So ist als auffälligste Änderung ein Neuzugang in Person von Sängerin Riina Rinkinen zu vermelden, die sich mit ihrer Leistung wohltuend von ihren engelsgleich trällernden Kolleginnen abzusetzen vermag. Zu ihrem Gesangspart gesellt sich, wie aus der Silentium-Historie gewohnt, die zumeist raue Gesangsstimme von Gründungsmitglied und Bassist Matti Aikio, der sich diesbezüglich jedoch verstärkt zurückhält und der neuen Dame weitgehend den Vortritt lässt. Was den instrumentellen Aspekt betrifft, so haben Silentium ihren Stil durch eine homogenere, dadurch aber nicht an Progressivität einbüßende Ausrichtung des musikalischen Materials verfeinern können. Als Beweis hierfür dienen gleichermaßen der bärenstarke Opener ‚Hangman’s Lullaby’, die gefühlvolle Piano-Ballade ‚Unbroken’ sowie der abschließende Titeltrack. In den insgesamt ausgereift klingenden Sound integriert wurde im Übrigen ein Cello, für welches die bis dato zum Einsatz gekommene Geige weichen musste.

Als Resümee bleibt festzuhalten: Das Album kann sicherlich die Klasse der Vorgänger erreichen, und so sollte dieses überdurchschnittliche Werk bei allen Freunden unkitschigen Gothic Metals problemlos Anklang finden. In dieser bestechenden Form können Silentium jedenfalls zu Recht eine Spitzenposition im besagten Genre beanspruchen.

Stefan Raehse






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