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Rh-

Label: Edel (2005)

Aus Slowenien kommt eine Band auf uns, die mich nah an den Wahnsinn treibt, leider nicht im positiven Sinne. Siddharta, nach Hermann Hesse, heißen die Kollegen und spielen irgendwie leicht melancholisch angehauchten Metal mit klaren, poppigen Linien, Sisters Of Mercy lassen grüßen. Eigentlich ist Metal zu freundlich, versuchter Metal, sollte eher stimmen. Es langweilt ohne Ende nur glatt, nur sauber, man weiß was kommt und ärgert sich bereits im Takt davor. Der Keyboardsound sollte Popfans nicht abstoßen - was stößt die überhaupt ab, wenn es nicht gerade giftige E-Gitarren sind – ebenso die Folklore, die mir einfach nicht glaubwürdig genug erscheint, zu nett arrangiert, zu viel Geklimper, zu viel Nerven, die man beim anhören lässt. Nee so ganz und gar nichts für mich, die Deprifraktion, die nach der Fünf in Erdkunde an Selbstmord denkt, die darf hier ran, 14jährige Gothicmädels bevorzugt. Jeder der ein paar Metalklassiker gehört hat, wird sich abwenden, denn das hier vermittelte Feeling ist nicht Heavy, es klingt kommerziell. In Slowenien mögen sie gefeiert sein, in Deutschland jetzt auf Tour, is mir egal, wer sein Geld dafür auf die Ladentheke knallt, ist echt selbst Schuld. Solltet ihr was suchen, um der guten Laune und dem Wetter zu entkommen (was ich nicht verstehen kann), dann lieber The Provenance, die spielen guten Gothic Metal.

Schunkeln im Vollsuff für Wannabees, so klingt es teilweise, dann lieber gleich Manowar, das hat wenigstens Stil. Zudem nervt die Künstleratmosphäre, die im Infosheet aufgebaut wird, mag die Band auch nix dafür können, es passt einfach nicht, so etwas bei dieser Musikart zu behaupten, da ist keine Revolution erkennbar, es plätschert so vor sich hin, man wartet auf den Ausbruch, der nie kommt. Passend dazu das Airplay von MTV, wer glaubt dort was auszusagen, der ist mein Held der Woche. Geld rein, Kommerz komme und verdienen. Ich gönne es ihnen, aber ohne mich.

Christian Kremp






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