Reviews

Reason

Label: AFM Records (2005)

Ehrlich gesagt konnte ich mit Andre Matos´ Gesang und seiner früheren Hauptband Angra nie viel anfangen, und mir schienen beide eher überbewertet. So hatte ich dann auch eher wenige Erwartungen in Bezug auf das 2. Album der Angra-Abtrünnigen. Aber statt der erwarteten Helloween-Hommage reißt der Einsteiger ‚Turn Away’ erstmal dem Rezensenten die Ohren ab; brutale Gitarrenriffs, technisch und doch verdammt rockig und eine Power, die man eher von Bands wie den früheren Metal Church erwartet hätte. Ein Song, der ganz und gar nicht beschissen ist, wie es das Info schreibt (trashy). Haben wohl eher tHrashy gemeint, die Jungs, aber egal...
Hatte man beim Opener noch den Eindruck, die Band hätte komplett ihren Stil geändert, kommen beim Titeltrack wieder die altbekannten Helloween/Edguy-Parallelen durch, aber komischerweise weniger nervig (in meinen Augen) als früher. Ich muß zugeben, bisher bin ich sehr positiv überrascht. Sogar die nachfolgende Version der eigentlich recht ausgelutschten Sisters Of Mercy-Hymne ‚More’ ist verdammt gut gelungen, schaffen es die Brasilianer doch, mit runtergestimmten Gitarren den Song zu einem Rocker erster Kajüte zu machen, ohne dass der Spirit des Originals verloren geht.

Obwohl das Keyboard auch bei Shaaman allgegenwärtig ist und hier und da recht orchestral eingesetzt wird, stehen die rockigen Elemente klarer im Vordergrund, als es bei Angra jemals der Fall war (‚Iron Soul’). Nebenbei hat man sich gar getraut, einige düstere und doomige Parts einzustreuen, wie im Falle ‚In The Night’, was den Brasilianern genauso gut zu Gesicht steht wie das Wildern in Traditionen.

Mit „Reason“ ist den Brasilianern ein wirklich überraschendes Stück Musik gelungen, das vor allem durch Abwechslungsreichtum glänzt und durch die vorhandenen harten Elemente ein ganz neues Licht auf die Jungs wirft. Ich bin schwer beeindruckt!

Michael Meyer






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