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Year Of The Witch

Label: Noise Records (2004)

Kaum hat Ex-Helstar Sirene James Rivera den Metal-Jüngern mit seinem Distant Thunder-Gerät einen Kracher der Extraklasse zum Fraß vorgeworfen, folgt nun die nächste Bombe des kleinen Texaners, diesmal in Diensten seiner von Jack Frost geführten Truppe Seven Witches, die auf ihrem neuen Output „Year Of The Witch“ ein Feuerwerk allergeilsten Heavy Metals abliefern, dass fast die Freudentränen den Weg aus den Augen des Rezensenten finden. Natürlich hatte ich Seven Witches nie in schlechter Erinnerung, auch das letzte Album „Passage To The Other Side“ vermochte zu überzeugen, aber „Year Of The Witch“ ist der schiere Hammer. Von Durchschnittlichkeit, die hin und wieder den Weg auf die vorherigen 4 Releases fanden, keine Spur! Der Opener ‚Metal Asylum’ lässt sofort durchblicken, was der Hörer die nächsten Minuten erwarten darf: M.E.T.A.L.!!! Immer schön back-to-the-roots, wie sich das gehört!

Um beim Opener zu bleiben, es ist natürlich nicht mehr sehr originell, als Text Zitate von Bandnamen und dem Bruce Dickinson-Evergreen „Scream for me, Long Beach“ zu verwenden, aber Herr Rivera darf das uneingeschränkt, so lange er noch zu einem solch unmenschlichen Gesang fähig ist, der 99,99 % der Konkurrenz mehr als blaß aussehen lässt! Aber auch Jack Frost demonstriert auf vorliegendem Longplayer das gesamte Maß seines Könnens und hat mit dem von Helium-Drums eingeleiteten Kracher ‚Fires Below’, der Hymne ‚Cries Of The Living’,dem sehr sehr geilen Titelsong und der Queensryche-Gedächtnis-Ballade ‚Can´t Find My Way’ die wohl geilsten Songs seiner Karriere abgeliefert. Dazu gesellt sich mit dem von Dave Ellefson komponierten ‚If You Were God’ noch ein Rocker, der auch auf einem Megadeth-Album keine schlechte Figur gemacht hätte.

Aber halt, da war doch noch was; genau, das kurze Intro ‚Whispers’ leitet den ersten von 8 Akten einer von Intros (‚Act 1: Whispers’, Act 3: Mirrors To Me’, Act 5: Jacob Speaks’) eingeleiteten Konzeptstory ein, über deren Inhalt ich aufgrund fehlender Texte leider nichts sagen kann. Aber was eigentlich zählt, ist die Musik und die ist einfach nur als GÖTTLICH zu bezeichnen. Hört euch bloß mal Frost´s Hammersolo und den Gesang Rivera´s bei ‚Haunting Dreams’ an, das flankiert wird von dem Kracher ‚Voice Of Jacob’ und der gefühlvollen Ballade ‚Circles’. Der Schlusskracher ‚The Prophet Is You’ und das Outro ‚Dream Or Reality’ beendet ein Album, das nicht einen einzigen gottverdammten schiefen Ton enthält und läßt den Autor in euphorischer Begeisterung und mit der Hoffnung zurück, daß dieses Line-Up nicht den Gesetzen vorangegangener Alben folgt, sprich Ein- und Auswechslungen am Fließband, damit wir uns noch auf viele zukünftige Großartigkeiten dieser Truppe freuen dürfen. Der Titel des Albums sollte auf jeden Fall Programm sein; sollte dieses Jahr nicht das Jahr der Hexe sein und der Durchbruch nicht erfolgen, verstehe ich die Metal-Welt echt nicht mehr! Und jetzt organisier ich mir erst mal ein Bett im Metal Asylum!

Michael Meyer






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