Reviews

Passage To The Other Side

Label: Noise Records (2003)

Heavy Metal, NWOBHM, die 80er. Denkt man über diese Schlagwörter nach, fallen einem spontan Bands wie Priest, Maiden oder Saxon ein, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Seitdem die neue Scheibe von Seven Witches in meinem CD-Player wütet, würde ich glatt einen Kasten Bier wetten und behaupten: Hätten die Jungs dieses Album 15 Jahre früher rausgebracht, würde ihr Name bei o.g. Begriffen auch fallen. So viel zu meinen Gedanken Spielereien, kommen wir nun zur Gegenwart.

Die Entstehung des mittlerweile vierten Outputs „Passage To The Other Side“ hat einen ernsten Hintergrund. Der Bruder des Gitarristen Jack Forst verstarb an einem Krebsleiden, kurz bevor die Aufnahmen beginnen sollten. Jack Frost hat diesen schmerzlichen Verlust in den Songs sowohl emotional als auch textlich verarbeitet. Auch wenn der Opener mit den Zeilen „You had a heart of steel and a soul of fire“ auf kitschige Texte hindeutet, befasst sich „Passage To The Other Side“ durchgängig mit ernsten Themen. Grandios fällt hierbei vor allem der Titeltrack aus, der epischste Song auf der Platte, Tracks wie ‚Apocalyptic Dreams’ oder ‚Fever In The City’ regen ebenfalls zum Nachdenken an. Trotz dieser schwierigen Thematik spielen Seven Witches immer noch lupenreinen Heavy Metal nach dem Motto: Kick Your Ass. So eine Platte hätten sich viele Fans auch von Judas Priest gewünscht, gradlinige und straighte Tracks die durch das Doublebass Gewitter und die stürmischen Gitarren vorangetrieben werden. Der neue Sänger James Rivera erinnert des Öfteren an Altmeister Halford (siehe z.B. ‚Metal Messiah’), versteht sein Handwerk aber in tieferen Stimmlagen. Songs wie ‚Dance With The Dead’ oder ‚Nature’s Wrath’ bringen das Blut zur Wallung und strapazieren ordentlich die Nackenmuskeln. Das es nicht immer voll Stoff sein muss, beweisen die Amis mit ‚Betrayed’ (der eigentlich als Titelsong vorgesehen war), ein fantastischer Stampfer mit starken Rhythmussektionen, bei der Coverversion ‚Wasted’ von Def Leppard greift Frost sogar selbst zum Mikro und siehe da: Der Mann versteht sich nicht nur an der Gitarre.

Alle Liebhaber des traditionellen Heavy Metal werden um dieses Album nicht herumkommen, von daher kann ich nur empfehlen: Rock With The Witches!

Oliver Bender






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