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Blah...Blah...Blah... - Love Songs For The New Millenium

Label: S.A.D. Music (2005)

Rob Zombie, der seine Musikerkarriere an den Nagel gehängt hat, zieht jetzt in Form seines Ex-Gitarristen Riggs wieder Kreise in der musikalischen Landschaft. Riggs, der sechs Jahre lang mit Rob zusammenarbeitete, hatte nach der Beendigung endlich Zeit sein eigenes Projekt zu starten, welches kurzerhand den Namen Scum Of The Earth bekam. Diverse Gerüchte kursieren über die Entscheidung für diesen Namen, denn er verfolgte Riggs sein Leben lang. Nachdem er einige seiner alten Freunde um sich geschart hatte, nutzte er seine Kontakte im Business damit der Start gleich in die Vollen geht. Frank Gryner und Brandon Belski veredelten die Soloscheibe, deren Qualität es nun zu Sichten gilt.

Was liegt im Fokus, wenn ein Gitarrist ein Soloprojekt startet? Richtig, die Gitarre und davon kriegt man gleich zu Beginn das eine oder andere fette Riff vor die Schnauze geknallt. Das der Einfluss von Rob Zombie mitspielt lässt sich ebenfalls nicht leugnen, denn die elektronischen Elemente sind bei Riggs ebenso vorhanden wie bei seinem alten Chef. Wenn man die Platte hört und sich dann den Untertitel „Love Songs For The New Millenium“ betrachtet, geht dem Konsumenten harter Musik das Herz auf, ob so viel Ironie, denn mit Liebe hat Scum Of The Earth äußerst wenig zu tun. Dass man das scharfe Tempo nicht durch eine ganze Platte zieht ist wohl bei (fast) allen Künstlern so. Man benötigt live und auch beim Konsum einer CD einfach gemütliche Pausen. Diese Pause ist in diesem Fall ‚Little Spider’. Gemütlich, aber mit einem Gänsehaut erzeugenden Text, entspannt der Titel das Hörorgan. Danach geht’s wieder industriell zu Werke: Stampfend und ohne Rücksicht. ‚Murder Song’ ist durch seinen Rhythmus und seine gesamte Aufmachung wohl einer der besten Tracks. Eingängigkeit und eine gediegene Struktur unterstreichen die Songwritingqualitäten des Ex-Zombies. Mit ‚Pornstarchampion’ ist ein Cover vertreten, dass sich gegenüber seinem Original als würdig erweist. Die Vorlage ist keine geringere als der Queen Hit ‚We Will Rock You’ in einer Industrial Rock Version mit Ausschnitten aus dem Original.

Gut gelungenes Debüt, was nicht gerade überraschend ist, denn Riggs ist schon lange im Geschäft und hat nun alle seine Ideen auf einen Silberling gepresst. Alle die Rob Zombie mögen sollten unbedingt mal reinhören und genießen.

Winfried Bulach






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