Reviews

Schindler
Transverse Mercator

Label: Golf Records (2000)

Nach der Bandgründung 1998 und der Veröffentlichung von drei Singles, ist nun das erste full-length Album der vierköpfigen Band im Handel erhältlich. Produziert wurde das Ganze von Dave Chang in den Philla Studios. Der Longplayer beinhaltet zwar nur neun Songs, die aber alle die magische zwei Minuten Grenze locker um das doppelte übertreffen. Damit kann man schon vorhersagen, dass es sich nicht um ein übliches Punkrockalbum handelt, das heißt die Songs werden nicht heruntergerotzt, sondern kommen alle klar und mit einer gewissen melancholischen Atmosphäre, teilweise düster bis progressiv, rüber. Ihre Songs sind zwar emotional und melodisch, aber dennoch steckt eine gewisse Power dahinter, welche aber auch in Aggressivität (,Gusher’) umschlagen kann. Stellenweise erinnert mich die Band an Therapy? (zu Zeiten als das Album „Troublegum“ noch nicht auf dem Markt war, das heißt vor 1993), aber man kann Schindler am ehesten als Mischung von Husker Du und Joy Division vergleichen, in Bezug auf die emotionalen, aber doch mit Power gespielten Parts, wobei man bei einem Debütalbum mit Vergleichen immer vorsichtig sein sollte. Es ist zwar nicht ein übliches Punkalbum, aber es beinhaltet viele melodische und gute Gitarrenläufe. Also für typische Punkrocker a la NoFx oder LagWagon wird das Album wohl nicht so der Renner sein. Für Liebhaber technisch gutem und atmosphärischem Musikgenuss ist die CD mal eine Abwechslung und auf jeden Fall den Kauf Wert.

Nils Manegold






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