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Wie Pech & Schwefel

Label: Edel (2004)

Anno 1998 fing das Ganze an und 6 Musiker fingen in einem bayrischen Biergarten an Musik zu machen. Da alle ausgebildete Musiker waren wurde es mit der Zeit langweilig Songs zu kopieren also begannen sie selbst Lieder zu schreiben. Nach einem Konzert vor ausverkauftem Haus in einer lokalen Bar gab es eine starke Nachfrage nach einer CD. 1999 war es dann soweit und sie hatten genug Geld gespart um ihr Debüt in Eigenregie herauszubringen. Ein Jahr später kam „Von Spitzbuben und anderen Halunken“, ebenfalls in Eigenregie. Kurz danach folgte ein Vertrag mit Fame Recordings, der die Erfolgsgeschichte von Schandmaul ins Rollen brachte…

Nun ist es wieder soweit, genau ein Jahr mussten die Schandmaulfans auf neue Lieder und Weisen aus dem Land des Mittelalters und der Mystik warten. Von ihrer Live CD / DVD „Hexenkessel“ abgesehen ist „Wie Pech & Schwefel“ nun das vierte Album der Folkrocker und soviel sei schon mal im Voraus gesagt: Freut euch oh Freunde des Mittelalterrocks!

Wie gewohnt verstehen es die Schandmäuler Anna Kränzlein, Birgit Muggenthaler, Stefan Brunner, Martin Duckstein, Matthias Richter und Frontsänger Thomas Lindner moderne Klänge von E-Gitarre, Bass und Schlagzeug mit altertümlichen Instrumenten wie Dudelsack, Drehleier und Rauschpfeife perfekt zu kombinieren. Im Zusammenspiel mit Thomas Lindners Stimme, die für diese Art von Musik wie geschaffen scheint, entsteht das für Schandmaul so typische Klangspektrum, das sie für mich so einzigartig und unverwechselbar macht.

Was die Bandbreite der Songs angeht, so wird, angefangen von melodramatischen Balladen wie ‚Kalte Spuren’, über fröhliche, schwer ohrwurmverdächtige Stücke wie ‚Der Drachentöter’ bis hin zu schnellen, rockigen Songs wie ‚Die Flucht’ jedes Folkherz befriedigt.

Fazit: In einem kleinen Ausschnitt von ‚Der Schatz’ heißt es: „Ist’s Gold oder Silber? Ist’s Edelstein Pur?“. Ganz klar Edelstein pur, würde ich persönlich diese Frage angewandt auf „mit Pech & Schwefel“ beantworten. Diese Scheibe ist Pflicht für jeden Fan des Mittelalters und der Fantasie.

Winfried Bulach






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