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Scantropolis

Label: Massacre Records (2002)

Charismatische Frontfrauen mit markanten Stimmorganen sind nicht erst seit Doro Pesch ein Erfolgsgarant für eine Combo, aktuelle Beispiele sind Tarja Turunen von Nightwish oder Sabine Edelsbacher von Edenbridge, die mit ihren gewaltigen Stimmen der Musik ihren Stempel aufdrücken.

In den 80’er Jahren fand sich eine Band namens ´Lions Breed´ zusammen, die sich damals durch ihre solide Musik einen guten Namen erspielten bis es plötzlich still um sie wurde. Unter dem neuen Namen ´Scanner´ meldete man sich aber kurze Zeit später wieder zurück und mit dem aktuellen Album „Scantropolis“ hat man diese oben angesprochene Power-Frau in Person von Lisa Croft mit am Start. Und mit welcher Power die deutsche Band durch die Boxen kommt zeigt gleich der erste Song der CD ‚Till The Ferryman Dies’: Selten hat mich ein Song von vornherein so angesprochen wie dieser. Dudelsackartige Klänge leiten den Song ein bis die unglaublich markante Stimme von Lisa Croft einsetzt. Zum Teil dreckig, zum Teil gefühlvoll aber auch kämpferisch; so klingt das Organ der Frontfrau. Mitten im Song gibt’s dann noch kurze Mission Impossible Gitarrensounds zu hören und ein Knallersong ist geboren! In großer Erwartung geht man dann an Song Nr. 2 -‚Hallowed Be My Name’ - heran; und siehe da, der Song ist nicht so knallig wie der erste, trotzdem kann er das hohe Niveau halten. Geht man von diesem High-Level auf die kommenden Lieder zu, wird man leider etwas enttäuscht, da weder ‚Flight Of The Eagle’, noch ‚Turn The Tide’ das Versprechen vom Opener halten können, trotzdem gehören die Songs in die obere Klasse des Classic Metal einzuordnen. Interessant auf „Scantropolis“ ist das Stück ‚Engel Brecht’s’ in dem Berthold Brechts Gedicht „Über die Verführung von Engeln“ musikalisch sehr anspruchsvoll umgesetzt wurde. Als abschliessende Klammer nach der Double-Bass Nummer ‚Sister Mary’ und dem etwas ruhigeren ‚Rest In Pain R.I.P.’ ist noch einmal der Opener ‚Till The Ferryman Dies’ am Ende der CD in einer Live-Version zu hören und zeigt die Extraklasse, die die Band Scanner nicht nur auf dem Album, sondern auch on Stage umsetzten kann. Kompliment!

Thomas Schmitt






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