Reviews

Live In London 2000

Label: Mystic Records (2003)

Treffender kann eine Band den Einstieg in ihr Live-Set kaum wählen, als das Samson bei ihrer 2000er Reunion im London Astoria getan haben: ‚Stand The Test Of Time’ brüllt uns ein mittlerweile auf doppelte Meat Loaf-Maße angewachsener Nicky Moore in die Ohren und belegt dabei, dass er trotz Pop-Star-inkompatiblem Äußeren über eine der ausdrucksstärksten Stimmen im gesamten Rock-Biz verfügt. Hohe Metal-Screams beherrscht er ebenso wie den tiefsten Blues! Und die Songs scheinen die letzten 20 Jahre mühelos gemeistert zu haben, bieten brillanten Hardrock der melodischen Art , vermischt mit einem authentischen street feeling, wie es nur die legendäre NWOBHM zustande gebracht hat. Die Band um den damals frisch in seinen Käfig zurück gekehrten Drummer Thunderstick (hey, ihr Jungspunde, lasst euch von den älteren Geschwistern mal die Geschichte mit der Vergewaltigermaske erzählen!!!!!!!) lässt keine Wünsche offen und bietet den Fans einen Parforceritt durch die ersten sieben Samsonscheiben, also die Phasen mit (Iron Maidens) Bruce Dickinson und eben Nicky Moore. ‚Vice Versa’ ist ein erster echter Showstopper, mit ‚Turn Out The Lights’ geht es wieder aufs Gaspedal und Perlen wie ‚Red Skies’, ‚Earth Mother’ (Gott!!!!!) heizen die Fans schier unglaublich an. Mit ‚Riding With The Angels’ steuert man dann souverän auf die Zielgerade, die dann noch mit den Ur-Hits ‚Tomorrow Or Yesterday’ und natürlich mit dem für Paul Samson programmatischen ‚Mr. Rock’n’Roll’ aufwartet. Diese Inkarnation von Samson, die von Urmitglied Chris Aylmer am Bass vervollständigt wurde hätte das Potential gehabt, sich wieder auf dem Markt zu positionieren - wie übrigens alle, die das Glück hatten, im gleichen Jahr diese famose Kapelle in Wacken sehen zu dürfen bestätigen können - wenn Paul nicht im letzten September nach langem Krebsleiden seiner Krankheit erlegen wäre. Er war ein großartiger Gitarrist, ein echter Profi und ein toller Typ. Sein Ableben wird uns allerdings mit diesem letzten Live-Dokument erträglicher gemacht. Hoffen wir darauf, dass den anderen Bands, die an diesem Abend auf der Setlist

Frank Scheuermann






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