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Dirty

Label: Agonia Records (2013)


Aborym machen es mir wirklich nicht einfach. Nach eigenen Angaben machen sie „Hard-Industrial-Electro-Extreme-Metal“. Nun, Industrial geht immer, auch gegen entsprechende Elektro- und Extreme-Einflüsse habe ich keineswegs was einzuwenden. Beste Voraussetzungen für die Höchstwertung, möchte man meinen, doch dennoch sperrt sich in mir etwas.


Nun, es liegt sicher nicht an den einzelnen Stilrichtungen, dass ich nicht so recht mit dem Album warm werde, und auch die Kombination finde ich – von der Grundidee her – schlicht genial. Denn bahnbrechende Innovationen hat es in diesem Bereich in letzter Zeit nicht mehr gegeben. Vieles was heute in die Industrial-Sparte gestellt wird, schrammt hart an der Grenze des Mainstream entlang. In einigen Fällen leider bereits auf der falschen Seite der Grenze.
Und so ist es eher das „Wie“ der Kombination, das ich nicht immer gelungen finde. Vielleicht wird jetzt mancher fragen, was man denn von einem Album mit dem Titel „Dirty“ bitte erwarten möchte. Die Italiener sind doch nur konsequent, wenn das auch akustisch umgesetzt wird, oder?
Nun, die „schmutzige“ Grundeinstellung des Albums, die bis hin zum Plattenkratzen und Distortions im Opener durchgezogen wird, ist kein Problem. Auch die Kombination aus Clear Vocals, Growls und minimalistischem Industrial mit fetzenden Elektropassagen ist kein Thema – tatsächlich lebt das Album von diesen Gegensätzen. Doch in manchen Tracks wirkt das Zusammenspiel aus Ordnung und Chaos etwas monoton (etwa beim Opener „Irreversible Crisis“) oder aber auch recht beliebig („I don’t know“ lässt grüßen). Immerhin gibt es auch Lichtblicke: „Across the Universe“, das titelgebende „Dirty“ oder „Helter Skelter Youth“ zeigen, dass die Mischung durchaus auch aufgehen kann.


Da mir die zweite CD nicht zur Verfügung stand, kann man nur mutmaßen, wie die Lieder sind. Schade, denn die Interpretation von „Hallowed Be Thy Name“ hätte mich durchaus interessiert.
Abschließend bleibt zu sagen, dass „Dirty“ ein solides Album für die Freunde der härteren Gangart im Industrialbereich ist. Wer sich mit Rob Zombie oder Herrn Mansons härteren Tracks anfreunden kann (oder idealerweise mit elektrolastigeren Remixes), der wird auch an diesem Album seine Freude haben.


7/10 


KoJe






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