Reviews

Armageddon
Armageddon

Label: Esoteric Recordings (1975/2009)

Zur Zeit, als Armageddons einzige LP erschien, waren die beteiligten Musiker mit Sicherheit keine unbekannten mehr! Vor allem Keith Relf, der Sänger, hatte sich seine ersten Sporen als Shouter der legendären Yardbirds an der Seite von Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page verdient. Aber auch Gitarrist Martin Pugh war schon seit Jahren umtriebig, unter anderem an der Seite von Rod Stewart oder als Bandmitglied der legendären Steamhammer. Louis Cennamo am Bass war zuvor ebenfalls bei Steamhammer und für kurze Zeit bei Colosseum und Schlagzeuger Bobby Caldwell war bestens bekannt als das Powerhouse hinter Gitarrengott Johnny Winter und dem Deep Purple / Iron Butterfly-Ableger Captain Beyond.

Als die drei sich nach Keith Relfs progressive Folk Abenteuer Renaissance trafen, war allen klar, dass sie ein fett abrockendes Monster erschaffen wollten. Und genau das gelang ihnen aufs Vortrefflichste! Alleine schon der Eröffnungstrack 'Buzzard' stellt in den 70er Jahren rifftechnisch an Brachialität alles andere locker in den Schatten. Aber auch die anderen Songs sind nicht minder gut. Man bewegt sich zwischen (einigen wenigen) ruhigen Tönen und fett unterlegten Gitarrenworkouts. Leider ging die Plattenfirma damals unter, so dass die Platte niemals die gerechtfertigte Aufmerksamkeit erhielt. Eine Ungerechtigkeit, die wir jetzt wieder gutmachen können.

Leider starb Keith Relf kurz darauf an einem Stromschlag. Kaum auszudenken, wie diese Band die Musikgeschichte noch hätte verändern können. Aber alleine diese Scheibe reicht, um sie unauslöschlich in jede halbwegs relevante Hardrock / Metalhistorie hineinzuschreiben!

Frank Scheuermann






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