Reviews

Streetnoise / The Mod Years

Label: SPV (1970/2009)

Was könnte man alles über Brian Auger schreiben. Dieser Mann mit dem überaus eigenen und eigenartigen Stil an der Hammond B3. Gleichermaßen Rocklegende und Jazzlegende. An der Seite von Julie Driscoll. Als Sidekick von Rod Stewart und Long John Baldrey. Als Nebenmann von Steve Winwood und Pete York. Als Keyboarder von ex-Whitesnake Bassist Colin Hodgkinson und so weiter und so fort. Ein Keyboarder, über den sogar Jazz-Titan Herbie Hancock und Prog-Gott Keith Emerson nur lobende Worte verloren haben. Ein ganz Großer eben, einer, bei dem die Fachleute mit der Zunge schnalzen und von dem die Normalsterblichen gar nicht wissen, wobei er überall mitgewirkt hat.

SPV haben es sich zur Aufgabe gemacht, fast sein gesamtes Soloschaffen durch etwa fünf Jahrzehnte zu veröffentlichen. Nun sind in den äußerst schmucken Doppeldigipaks die Platten 1-4 jeweils als Doppel CDs erschienen, angereichert um ebenfalls hörenswerte Bonustracks.

"Streetnoise" war die zweite und zugleich letzte Platte von Brain Auger zusammen mit Judy Driscoll. Das war schade, aber beide beschenkten uns ja später noch mit tollen Soloveröffentlichungen, daher kann man mit dem Split leben. "Streetnoise" greift die mit "Open" angelegte musikalische Reise auf und führt sie noch ein gutes Stück weiter. Wie immer finden sich Coverversionen neben autobiographischen Stücken vor allem aus der Feder von Brian Auger.

Etwas weniger spektakulär fällt da die zweite CD "The Mod Years" aus. Brian Auger war zur Zeit der Entstehung dieser Nummern noch auf der musikalischen Suche nach sich selbst. Allerdings sind hier auch die einzig bekannten Aufnahmen der Band Steampacket zu hören, bei denen außer Julie Driscoll und Brain Auger auch Long John Baldry und ein sehr junger und ambitionierter Schotte mit Profifußballvertrag in der Tasche sang: Rod Stewart. Alleine diese Tatsache rechtfertigt die späte Veröffentlichung. Auch ist es bemerkenswert, dass Brian Auger nach seinem Ausstieg aus der Band von keinem Geringeren als Elton John an den Tasten abgelöst wurde...Aber das ist Rockgeschichte...Auch mit diesem CD Doppelpack macht der aufgeschlossene Hörer nichts falsch, zumal der Preis stimmt.

Frank Scheuermann






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