Reviews

Worlds Collide

Label: Gun Records (2007)

Wie kommt man eigentlich auf die Idee Metal Songs auf Cellos nachzuspielen? Egal wie, es war eine der besten Ideen die in dieser Szene verwirklicht werden konnten. Nach den Coversongs schrieben die Finnen von Apocalyptica ihre eigenen Werke, später holten sie sich dann immer wieder Gastsänger hinzu und schließlich noch einen Drummer. Und kein einziger Song konnte mich bis jetzt nicht überzeugen. Das es genau so großartig weitergeht wie bisher, will die Band auf dem neusten Silberling (dem 6ten Studioalbum) "Worlds Collide", den es bereits in den Plattenläden zu erwerben gibt, unter Beweis stellen.

Elf Tracks mit ca. 49 Minuten Spieldauer sollen die Fans überzeugen und fesseln. Es kann nichts anderes als Magie sein, das die Cellos zu dem werden lässt was die Cellisten aus ihnen machen. Sind es denn wirklich die großen schweren Streichinstrumente? Oder eher kraftvolle Rockgitarren? Mit 'Worlds Collide' startet die Band in ein Album voller Power, Emotionen und Rhythmus. Ruhige und bedächtige Cellimelodien zaubern eine Spannung herbei die durch das plötzlich, heftige einsetzen der dunklen Drums wahrlich explodiert. Welch ein instrumentaler Einstieg. Auf dem Album kommt der Titeltrack auf alle Fälle tausendmal besser rüber als auf der vorangegangenen Single. 'Grace', ebenso ein instrumentales Stück, welches jedoch eine ganze Spur aggressiver und tiefgründiger ist. Als dritten Song bekommen wir 'I'm Not Jesus' zu hören. Die Singleauskopplung ist und bleibt ein grandioser Song mit einer tiefen und wichtigen Botschaft. Gastsänger Corey Taylor hat die perfekte Stimme für diesen Song, der einfach unschlagbar ist. Ein weiterer Gastsänger ist Rammstein Frontmann Till Lindemann, der seine Stimme zu 'Helden' in Szene gesetzt hat. 'Helden' ist eine Coverversion des Originalsongs 'Hero' von David Bowie. Ich bin nicht gerade ein großer Rammstein Fan und beim ersten Hören habe ich auch erst die Stirn gerunzelt, aber nach mehrmaligem Hören konnte auch dieser Track mich absolut überzeugen. Ich habe schon einige Bowiekopien gehört, aber dieser ist wohl einer der interessantesten. Mit Tillmanns rauer Stimme und den melancholischen Cello Melodien kommt eine fast dramatische Stimmungherauf. Sehr geil. Der wieder instrumentale Track 'Stroke' kann durch seine harte Ader und die späteren klassischen Cellos Stücke überzeugen. In 'Last Hope' kann man instrumentale Passagen von Dave Lombrado (Slayer) hören, der mit seinen schnellen und harten Drumeinlagen das Musikstück großartig untermalt und sich unweigerlich in den Vordergrund hebt. Nicht nur das. Hier ist diesmal auch eine E-Gitarre zu hören. Gespielt wird diese von Tomoyasu Hotei. An eine Verschnaufpause ist auf diesem Album nicht zu denken. Der nächste Knaller folgt. Und Track Nummero acht ist wirklich ein Hammer Song. Der grandioser Text, die geile Stimme des Gastsängers Adam Gontier (Three Days Grace) und den starken Cello- und Drumspielen der absolute Fave des Albums. Die einzige Gastsängerin auf der Scheibe ist Christina Scabbia (Lacuna Coil). Ihre Stimme gehört zum vorletzten Song 'S.O.S. (Anything But Love)' eine dramatische Ballade. Als Lacuna Coil Fan natürlich auch ein Leckerbissen für mich. Mit 'Peace', einem ruhigen, düsteren Instrumentalstück, verabschieden sich Apocalyptica...Vorerst, denn schon bald sagen sie wieder mit 'Worlds Collide' hallo, denn die Scheibe lässt man nicht nur einmal seine Runde drehen.

"Worlds Collide" - Welten die aufeinander treffen. Welch passender Albumtitel. Metal und Klassik geben sich das Ja-Wort und gehen zusammen auf eine Reise voller Emotionen, Energie und epischen Elementen. Eins soll gesagt sein: "Worlds Collide" ist ein Silberling der Spitzenklasse und vielleicht sogar das eingängigste und beste Werk von den finnischen Cello-Metallern.

Steffie Krämer






Rock & Pop Tickets bei www.eventim.de