Reviews

After Forever

Label: Nuclear Blast (2007)

Langsam, aber kontinuierlich bergauf. So könnte man den bisherigen Werdegang von After Forever beschreiben, die bereits seit 12 Jahren in der Szene unterwegs sind. Während andere Formationen nach dem Nightwish Boom aus dem Nichts erschienen und zwischenzeitlich dorthin auch schon wieder verschwunden sind, gehen die Niederländer um Frontfrau Floor Jansen nach wie vor konsequent ihren Weg. Der Vergleich zu den erfolgreichen Finnen hinkte früher wie jetzt und doch wurde er immer wieder hervorgekehrt. Das die beiden Formationen zumindest erfolgstechnisch nicht mehr allzu viel trennt, wird spätestens durch das aktuelle Release deutlich, das schlicht und einfach "After Forever" getauft wurde.

Welche Möglichkeiten die Band mittlerweile hat, wird insbesondere durch die Orchesterbegleitung auf der neuen Scheibe sichtbar, die das Niveau der Songs ganz automatisch auf ein neues Level hebt. Doch was macht dieses neue Album wirklich aus? Das Orchester tut sein Übrigens, doch feststeht auch, dass After Forever auf dem neuen Output ihre Stärken konsequent mit der Dramaturgie der klassischen Einspielungen gepaart haben, was als Ergebnis ein Klangergebnis aufweist, dass ohne Zweifel das bisherige Highlight der Bandgeschichte darstellt. Bereits der Opener 'Discord' bringt den neuen Hörgenuss schnell zur Geltung, auch wenn das Stück im Vergleich zu den restlichen Songs eher einfach gestrickt ist. Bereits der zweite Track 'Evoke' begeistert aber durch seine Ausdrucksstärke und den fantastischen Chrous, der zugleich die Wandlungsfähigkeit von Floors Stimme im Vergleich zu den Strophen darstellt. Trotz aller Querverweise sind und bleiben After Forever natürlich eine Metal Band und legen mit den folgenden 'Tranistory' und 'Energize Me' ganz klar straighte Songstrukturen und toughe Gitarrenriffs in den Vordergrund, wobei letztgenannter auch die bekannten tiefen männlichen Crowls beinhaltet. Ähnlich gelagert ist auch 'Withering Time', der insbesondere durch seine Dramatik und den opernhaften Chorus brilliert, während 'De-Energized' von seinem Aufbau her ein wenig Ähnlichkeit zu 'Between Love And Fire' von der "Invisible Circels" aufweist. Bei so viel Klasse sieht man auch gerne mal über die eher durchschnittliche Ballade 'Cry With A Smile' hinweg, die lediglich durch die Orchestrierung Pluspunkte sammelt.

Nach dem eingängigen 'Envision' gibt es gegen Ende des Albums noch mal zwei Sahnestückchen zu hören. 'Who I Am' begeistert durch einen Gastauftritt der deutschen Metal Queen Doro Pesch, die dieses dramaturgische Stück im Duett mit Floor glänzend in Szene setzt. Das hierauf folgende 'Dreamflight' ist mit seinen über 11 Minuten Spielzeit wohl der anspruchsvollste und progressivste Song, den die Band je hervorgezaubert hat und überzeugt auch den letzten Zweifler von der Wandelbarkeit der Band.

After Forever haben sich mit ihrem selbst betitelten Album die Krone aufgesetzt und mit Abstand ihr bestes Werk kreiert. Was einst als simples Gothic Konzept startete, stellt mittlerweile die Speerspitze des bombastischem Symphonic / Gothic Metal dar, mit dem After Forever die Messlatte ein gehöriges Stück nach oben schrauben. Herausragendes Werk!

Oliver Bender






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