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Almah

Label: AFM Records (2007)

Almah ist ein neues Allstar Projekt aus dem Hause AFM. Und die beteiligten Namen haben es durchaus in sich. Initiator des Ganzen ist Edu Falashi, Sänger von Brasiliens Export Schlager Angra. Um ihn herum tummeln sich bekannte Protagonisten wie Emppu Vuorinen (Nightwish, Gitarre), Lauri Porra (Stratovarius, Bass) und Casey Grillo (Kamelot, Drums). Dieser Stamm wird bei einigen Songs u. a. auch durch Mike Stone (Queensryche) und einem brasilianischem Gospel Chor ergänzt. Die aufwendige Produktion wurde von Adriano Daga in Brasilien gemixt, der auch schon mit Künstlern wie Lenny Kravitz und Silverchair zusammen arbeitete.

Solche Projekte versprechen ja oftmals mehr als sie dann letztlich halten. Das man mit so einer Zusammensetzung dann auch kein stinknormales Powermetalalbum einspielt, ist auch klar. Und so besticht "Almah" dann auch mit vielen progressiven Elementen und kleineren Spielereien. So ist der fulminante Opener 'King' noch mit eines der eingängisten Stücke der Platte, das erstaunlicherweise tough rüberkommt. Im Grunde dominieren jedoch midtempobasierte, stark melodiegetriebenen Tracks, die eine gelungene Balance zwischen der nötigen Härte und harmonischem Sound rüberbringen. Somit überrascht dann auch als kleines Gegenstück 'Forgotten Land' nicht, dass selbst für eine Metalballade dermaßen soft rüberkommt, dass es sich auch locker auf einen Pop Album hätte wiederfinden können, auch wenn sich hierbei Nightwish Gitarrist Emppu einem gefühlvollen Solopart hingeben kann. Ständiger Begleiter der Songs sind die Keys, die mal modern ('Children Of Lies'), mal klassisch wie in bereits oben erwähnter Ballade agieren. 'Children Of Lies' ist zugleich auch eines der Highlights der Scheibe und besticht einfach nur durch fantastische Arrangements und eingängige Songstrukturen mit kleinen Farbklecksen wie die Panflöte zu Beginn des Songs. Das musikalische Miteinander steht auf diesem Werk natürlich klar im Vordergrund, dennoch sollte an dieser Stelle auch der Schöpfer des Ganzen nicht untergehen. Edu Falashi legt unheimlich viel Gefühl in die Vocals und verleiht diesem Projekt seine zusätzliche persönliche Note.

Wer ein Album nicht nach dem ersten Durchgang beurteilt, wird an Almah seine helle Freude haben. Das Album offenbart immer wieder neue Elemente und wirkt trotz der Komplexität sehr homogen. Alle Fans von progressiven Melodic Acts sollten hier unbedingt zugreifen.

Oliver Bender 






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