Reviews

Eleutheria

Label: Cruz Del Sur Music (2007)

Die Göttin des Friedens stand Pate für das Zweitwerk dieser kanadischen Band. Wie man schon dem Namen der Jungs und dem Cover des neuen Albums entnehmen kann, dürfte einem hier wohl kaum eine 08/15 Scheibe erwarten. Auch wenn der erste Eindruck auf eine reinrassige Prog Band schließen lässt, so bieten Antiquus in ihren Songs auch genügend Stoff, der auf klassischen Heavy Metal zurückzuführen ist. Die ersten sechs Stücke sind in eine Konzeptstory eingebunden wovon gleich der Opener typische Trademarks von 80er Jahre Metal versprüht. Auch wenn Antiquus jede Menge progressive Einflüsse verbuchen, so verzichten sie fast komplett auf Keyboards und atmosphärische Elemente. Hier stehen ganz klar die Gitarren sowie Frontmann Jessie White im Vordergrund, die als Stimmungserzeuger das Gerüst der Songs darstellen. Der Titelsong fällt überwiegend durch sehr viele Rhythmuswechsel auf, die eine Stimmung zwischen dahinplätschern und mitreißenden Parts erzeugen. Zwischendurch gibt's ein kurzes reines Akustik Instrumental, bevor drei Songs folgen, die im Grunde alle ähnlich gestrickt sind: Songstrukturen, die teilweise an Iron Maiden erinnern, überlange Instrumentalparts, viele Rhythmuswechsel und das immer wieder aufkommende Gefühl, dass die Marschrichtung nicht klar definiert ist. 'Leave Of Grass' macht von den genannten Stücken noch den stärksten Eindruck, da es mit der härteste Track ist, der nach rund 6:30 Minuten praktisch noch mal neu beginnt.

Antiquus sind um Abwechslung bemüht, was Ihnen stellenweise auch ganz gut gelingt. Dennoch klingen insbesondere oben genannte Songs zu ähnlich, um eigene Trademarks zu entwickeln. Jessie White ist ein guter Sänger, auch wenn die überwiegend hohen Vocals etwas gewöhnungsbedürftig sind. Ob die Kanadier mit diesem Album den Durchbruch schaffen, bleibt fraglich. Wenn es Ihnen gelingt, zukünftig ihre Schwerpunkte gezielter zu setzen, stehen die Chancen bei einem dritten Album ganz gut, die Voraussetzungen dafür haben sie.

Oliver Bender






Musicload