Reviews

Shadow Zone

Label: SPV (2002)

„Wer hätte das gedacht? Liefert ARP mit seinem neuesten Langeisen eine satte Mischung aus Grindcore, Thrash, Reggae, Techno und Rap ab. Die Produktion klingt wie eine innovative futuristische Hyperraumexplosion und setzt –ganz wie das Songwriting- völlig neue Maßstäbe, an denen sich alle zukünftigen Musikrichtungen messen lassen müssen!“

Okay, ihr habt ja recht! Natürlich war das alles bisher erstunken und erlogen! Die neue Axel Rudi Pell klingt genauso, wie man es bei ihm erwarten musste –oder durfte. Allerdings konnte ich dieses Mal nicht der Versuchung widerstehen, etwas unerwartetes über sein neuestes Machwerk zu schreiben. Doch genug der Faxen: Zur Musik. Es ist zwar mit einer einzigen Aussage („business as usual“) schon alles gesagt, aber eine CD von uns Pell darf nicht einfach nach zwei Zeilen enden. Geboten wird also (wie immer) gediegenster Hardrock in bester (wie immer) Rainbow-Tradition. Wohltuend im direkten Vergleich zu anderen Blackmore-Jüngern (ihr wisst schon, so komische Wikinger und so...) fällt immer wieder das zwar extensive, jedoch immer noch als songdienlich erkennbare Gitarrenspiel ins Gewicht. Hier spürt man eben auch die Anlehnung an einen Feeling-Gitarristen wie Jimi Hendrix. Die Songs befinden sich allesamt (wie immer?) im längeren Bereich (abzüglich eines kurzen Intros). Insgesamt ist diese Scheibe etwas ruhiger als zum Beispiel die Oberklopfer „Magic“ oder „Oceans Of Time“. Unterm Strich bleibt eine CD, die uns genauso gut gefällt wie ein Schnitzel mit Pommes und Jäger (der geneigte Vegetarier denke an Bratlinge oder Tofu): nicht besonders innovativ, dafür weiß man aber wenigstens, was man hat! Bleibt schlussendlich mit dem regierenden Bürgermeister von Berlin zu sagen: „Und das ist auch gut so!“.

Frank Scheuermann






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