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City Of Evil

Label: Warner Music (2005)

Avenged Sevenfold bringen den 80er Metal zurück, verzichten dabei allerdings auf Haarspray und Spandex Hosen und verpassen somit einem oft belächeltem Genre eine Frischzellenkur. Bei „City Of Evil“ handelt es sich jedoch nicht um das Debüt von 5 langhaarigen Eighties Freaks, sondern um das dritte Album einer Band, die auf ihren letzten Releases noch etwas anders geklungen hat. Das Quintett mischte nämlich bisher äußerst gekonnt ihre Vorliebe für Iron Maiden und Co mit Hardcore Versatzstücken und wurde daher meist mit dem inflationär gebrauchten Begriff „Metalcore“ klassifiziert.

Auf Platte Nummer drei entschieden sich die Herren nun für eine Seite und werden sich dadurch sicherlich nicht nur Freunde machen, ist doch der Großteil der Songs sehr theatralisch und driftet teilweise auch in Kitsch Gefilde ab. So wird bei ‚The Wicked End’ beispielsweise in einem Interlude gar ein ganzes Orchester aufgefahren und man fühlt sich beinahe an peinliche Hymnen über Ritter, Kobolde und Drachen erinnert. Doch ihren Hang zum Pathos verzeiht man den Jungs gerne, wenn man Abgehnummern wie ‚Blinded In Chains’ oder ‚Trashed And Scattered’ um die Ohren gehauen bekommt. ‚Seize The Day’, eine Powerballade, die Guns n’ Roses Flair versprüht sorgt für Abwechslung und ist ganz klar einer der größten Momente des Albums. Ansonsten erfüllen Avenged Sevenfold alle Metal Klischees - elendslange Gitarrensoli, die auch gerne zweistimmig gespielt werden, epische Chöre und Doublebassgewitter bis zum Abwinken. Das soll jetzt aber nicht so negativ klingen, wie es sich vielleicht anhört, denn „City Of Evil“ klingt frisch und unverbraucht obwohl sich die Platte auf einem Terrain bewegt, das schon so verstaubt ist, dass man seine eigenen Fußspuren auf dem Boden erkennen könnte.

Ob Avenged Sevenfold mit dieser Platte ein Eighties Metal Revival einleiten können, wird sich zeigen, eines steht jedoch fest: „City Of Evil“ ist ein Album das polarisiert!

Martin Reiter






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