Reviews

Atlain
G.O.E.

Label: Rusty Diamonds (2002)

Nicht wenige werden demnächst im Laden stehend und dieses Album in den Händen haltend, in Erinnerungen schwelgen, wie das damals war, als der Metal in den deutschen Landen einzog.

Für Leute wie mich, die damals noch in den Kinderschuhen steckten, widmet Rusty Diamonds diesen Bands nun wieder verstärkt Aufmerksamkeit und veröffentlicht ausgesuchte Heavy Metal Produktionen noch einmal. Im Brennpunkt stehen hierbei deutsche und internationale Heavy Metal Bands der besagten Zeit. Als besonderes Bonbon ziert jede Scheibe das Cover eines bekannten Künstlers, auf der Rückseite des Booklets befindet sich auch das original Cover. Den Anfang dieser Serie machen Atlain mit dem Album „G.O.E.“. Aus Herne stammend, zählten sie in den Anfängen der deutschen Metal Bewegung zu den hoffnungsvollsten Nachwuchsbands und wurden in einem Atemzug mit späteren Szenegrößen wie Running Wild oder Kreator genannt. Ende 1984 veröffentlichte die Band ihr selbst aufgenommenes Debütalbum „Living In The Dark“, welches sich zwar bereits von der Masse abhob, aber mangels Interesse der Medien nur wenig Beachtung fand. Mit „G.O.E.“ lieferte die Band eine 100%-tige Steiegrung ab und erhielt auch von der Fachpresse glänzende Kritiken. Atlain spielen von Anfang an Vollgas, Midtempo oder gar Balladen gleich Fehlanzeige. Dennoch tritt keine Langeweile auf, die Songs sind durchdacht und gezielt aufgebaut, die Riffs wiederholen sich nicht x mal, zudem kommt die Bassgitarre enorm druckvoll rüber, sodass die Rhythmussektion in diesem Bereich glänzend harmoniert. Das Album enthält ausschließlich hochklassige Songs, ‚Break Down Your Neck’ und ‚Out On The Streets’ beginnen mit absoluten Killerriffs, die einzig ruhigere Minute erlebt man am Anfang von ‚Brainstorm’ - lediglich eine kurze Verschnaufpause, um danach wieder ordentlich abbangen zu können. Sänger Peter Müller liefert ebenfalls eine beachtliche Leistung ab. Trotz klarer Vocals geht die nötige Aggressivität nicht verloren, auch in hohen Tonlagen wie beim Opener ‚Waste’ interpretiert er die Songs mit einer spielerischen Leichtigkeit. Mit ‚Break That Wall’ ist zudem ein absoluter Killer vertreten, ein herrlicher Stampfer, der alles niederwalzt und mit einer grandiosen Instrumental Passage aufwartet, dieses Stück bekommt man so schnell nicht mehr aus dem Schädel! Als Zugabe sind auf der Scheibe noch drei Live Demo Versionen vorhanden, bei denen man über den oder anderen Verspieler schmunzeln kann, bei ‚Break That Wall’ fehlt zudem ein kleines Stück.

Yeah, dieses Album rockt einfach und sollte jeden Metalfan der 80er begeistern!

Oliver Bender