Reviews

Perdition Insanabilis

Label: Osmose Productions (2004)

Die Franzosen haben sich scheinbar meinen Rat vom letzten Mal hinter die Ohren geschrieben und die Produktion ihres neuen, dritten Studioalbums in gute Hände gegeben. In einem gewissen Berno Studio in Schweden hat der Vierer einen neuen Brocken Hass aufgenommen. Richtig druckvoll, nicht mehr so nervend wie auf „Filth Catalyst“ . Da die guten Ansätze des Vorgängers dadurch leider etwas verwässert wurden, schrieb die Presse die Band vielleicht vorschnell ab.

Das neue Album hat zu der guten Produktion auch Detailänderungen im Stil zu verzeichnen. Das Tempo findet nicht mehr nur im oberen Bereich statt, Midtempoparts, die sogar richtig grooven, bringen gerade genügend Abwechslung in die Songs. Der Gesang und besonders das Schlagzeug können in diesen neuen Gefilden punkten, da gerade der Mann hinter den Fellen in den langsamen Parts durch seine interessanten Spielereien den Songs mehr Leben einhaucht. Allgemein hat man sich von der reinen Black Lehre noch weiter entfernt, bringt mehr Death Elemente ein, ohne allerdings die jaulenden Gitarren der schwarzen Gattung zu vergessen. Es entstanden dabei weiterhin harte Songs, die durch ein reiferes Songwriting immer die Balance zwischen Chaos und Nachvollziehbarkeit halten. Die Gitarren scheuen nicht mehr davor gute Riffs oder Melodien längere Zeit durchzuspielen, was dem Wiedererkennungswert zugute kommt. Blasten tut man immer noch genug, so dass eigentlich für Fans des extremen Black und Death Metals nichts im Wege stehen sollte dieses Album anzutesten. Die Weiterentwicklung zu mehr bösem (und damit besserem) Feeling, weg von stupidem Geballer, vollzieht sich bei „Perdition Insanabilis“ noch stärker als auf dem Vorgänger. Anpieltipps: ‚Saturn Motion Theology‘, ‚Oratio Descendere‘, ‚Profanis Codex LXVI‘.

Christian Kremp






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