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Primary Fear

Label: Scarlet Records (2003)

Das Intro verspricht ein monumentales Werk. Streckenweise geht den Jungs von Arachnes dabei leider die Luft aus. Abgesehen davon ist der Silberling insgesamt gesehen ein echter Ohrenschmaus. Eine Kombination klassischer Instrumente mit harten Gitarrensounds und ordentlich Drums lassen kaum etwas vermissen. Die Stimme von Enzo Caruso erinnert mich stilistisch ein wenig an alte Zeiten von „Helloween“; auszugsweise auch das instrumentale Arrangement. Wer die „Keeper Of The Seven Keys“-Scheiben noch kennt dürfte mir Recht geben. So gesehen ist die CD nichts Neues oder Aufsehenerregendes. Aber sie ist hörbar und fährt die althergebrachte Linie ihres Genres. Kaum gefährliche Experimente innerhalb der meisten Tracks quälen das Ohr und man kann sich mit dem Sound der Italiener doch recht schnell anfreunden. An manchen Stellen rutscht die Scheibe ein wenig ins Seichte ab. Insgesamt aber ein gutes Beispiel dafür, dass das Genre noch lebt. Der Track ‚Eruption’ sollte allerdings nicht zu sehr in die Bewertung der Kaufentscheidung einfließen. An dieser Stelle zeigt sich nämlich, dass eine Cover-Version gewaltigst schief gehen kann. ‚Scherzo in E Minor’ ist auch eher mit Vorsicht zu genießen. Meiner Meinung nach, sind Experimente fernab ihres primär zu hörenden Stils für Arachnes gefährliches Glatteis.

Fazit: Freaks und Fans finden mit dieser CD ein kleines Stückchen Glückseligkeit im Plattenladen. Ausbaufähig, aber deshalb noch lange nicht schlecht. Für einen gediegenen Abend um in Erinnerungen der (persönlichen) alten Zeit zu schwelgen optimaler Stoff. Reinhören kann nicht schaden.

René Ahnert






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