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Good Grief

Label: Radar Music (2006)

Libertyville, Arkansas ein so kleines Städtchen, dass man es auf keiner Karte findet, ist der Geburtsort von James Apollo. Mit 16 ging dann das musikalische Leben los und James ging mit Band auf Tour. Nachdem er mehrfach kreuz und quer durch die USA gereist ist und dabei alle Rockklischees, wie auf der Straße zu schlafen, erfüllt hatte, wollte er etwas Eigenes starten. 2001 gab er sein LP-Debüt mit „Pull Down The Curtain” und bekam einen Vertrag bei Aquarium. Die Folgescheibe brachte ihm gute Kritiken und viele Zuschauer. Nun kann James auf Tour immer im Hotel schlafen, doch er ist weiterhin non-stop auf Achse, dieses Jahr um „Good Grief“ zu promoten.

Nach einem etwas hakeligen Intro in Form von ‚Prelude, Colonel Travis’, das mehr nach Proben denn nach Spielen klingt, fängt James Apollo endlich mit seiner Musik an. Die Akustikgitarre ist das zentrale Instrument seiner Werke, wie man unschwer nach kurzer Zeit feststellen kann. Der Gesang passt zur Songwritermusik, die wesentlich weniger abgefahren ist, als die von David Celia, der Wilde Westen lässt grüßen. Neben Geschichtsthemen (‚The Alamo’) und Naturphänomenen (‚Spring Storm’) hat James auch einen Song für/über/an seine Heimatstadt geschrieben. ‚Libertyville’ ist wohl das beste Stück auf der knapp vierzigminütigen Platte, denn er zeigt am meisten von der Countryattitüde, die sich gut hinter der Songwriterfassade versteckt. Langweilig wird einem beim hören der Platte niemals, denn jeder Song bietet etwas Neues. Hier liegt aber auch das Problem, denn abgesehen vom Gesang ist der Stilfaden, der sich deutlich durch ein Album ziehen sollte, nur schwer erkennbar. Auch sind viele der Stücke ein wenig langsam und bieten wenig um richtig Stimmung aufkommen zu lassen, einzig der Rhythmus bringt deutliche Bewegung in die Musik. Ab und zu kommt das Gefühl auf, dass bei den Songs von Against Me!, erzeugt wird, doch dann fehlt die Energie hinter den Stücken, der Hintergrund um wirklich genießen zu können was da aus den Boxen dröhnt.

Musikalisch hat James Apollo ohne Zweifel einiges drauf, aber um ‚Good Grief’ richtig genießen zu können, muss man wirklich auf diese Mischung aus Songwriterrock mit Country Touch stehen, denn sonst wird man schnell gelangweilt sein.

Winfried Bulach






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