Reviews

Still Going Strong

Label: Massacre Records (2002)

Die kanadischen Rock Dinos haben wieder zugeschlagen. Auch nach 23 Jahren und 13 Alben denken Anvil noch lange nicht ans Aufhören, der Titel des neuen Werkes „Still Going Strong“ hätte nicht treffender gewählt werden können. Hört man sich die ersten drei Tracks der neuen Scheibe an, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit dem Opener ‚Race Against Time’ präsentiert die Band einen lupenreinen Heavy Metal Song der Marke Judas Priest früherer Tage. Unverwechselbar wie immer der prägnante Gesang von Lips sowie die geniale Rhythmusarbeit von Drummer Robb Reiner, die straighten Riffs machen dieses Stück mit zu einem der besten des Albums. Weiter geht’s mit ‚In Hell’, ein herrlicher Midtempostampfer. Der Refrain wird gesanglich dermaßen authentisch dargeboten, dass man fast den Eindruck bekommt, Lips schmort persönlich in der Hölle. Das darauf folgende ‚Holy Wood’ ist ein richtig guter old school Titel mit ner Menge Drive. Nimmt man lediglich diese drei Songs zu Buche, würde die Scheibe ohne Übertreibung in die Kategorie ´Album des Jahres´ fallen. Das dies nicht der Fall ist, liegt leider daran, dass die restlichen Stücke einfach nicht mithalten können. Gut anzuhören sind sie alle, aber der letzte entscheidende Biss fehlt einfach. ‚What I’m About’ oder ‚Sativa’ beispielsweise sind Durchschnittsongs, ‚Don’t Ask Me’ beginnt mit einem geilen Riff, das fast schon an AC/DC erinnert, dass war’s dann aber auch mit diesem Stück. Gegen Ende legt man mit ‚Defiant’ noch mal ordentlich an Tempo zu, aber auch dieser Track vermag nicht vollends zu überzeugen. Die Songs haben allesamt gute Ansätze, die aber nicht konsequent durchgezogen werden, die restlichen Tracks würde ich allesamt in die Sparte guter Durchschnitt einordnen. Für alle Freunde des gepflegten Schlagzeugspiels sei noch das Instrumental ‚White Rhino’ empfohlen. Ein kurzes Gitarren Intro bzw. Outro, dazwischen bekommt man in ca. 4 ½ Minuten alles geboten, was hervorragendes Drumming ausmacht. Manche mögen so ein Stück für überflüssig halten aber wann bekommt man so was auf dem Niveau schon mal auf einem Studioalbum geboten?

„Still Going Strong“ kann mit Sicherheit nicht mit früheren Scheiben wie „Forged In Fire“ oder „Metal On Metal“ mithalten. Dennoch enthält auch dieses Album ein paar Kracher, anhören sollte man es auf jeden Fall!

Oliver Bender






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