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Patterns Of Liquid Red

Label: Pirate Records (2004)

„Patterns Of Liquid Red” ist die erste offizielle Veröffentlichung von The Anti Doctrine, einer Düsseldorfer Band, deren Stil man mehr oder weniger als Metalcore bezeichnen kann. Dass sie ihre Hausaufgaben in Sachen Songwriting gemacht haben wird bereits nach wenigen Minuten klar. Metal, Hard- und Grindcore verschmelzen hier wie selbstverständlich und lassen den Hörer völlig perplex durchs Zimmer moshen. Soundtechnisch könnte man The Anti Doctrine am ehesten mit Uphill Battle oder God Forbid vergleichen, auch wenn sie deren Klasse noch nicht ganz erreichen so sind sie doch auf dem besten Wege dorthin, denn was hier in knapp 40 Minuten abgezogen wird muss ihnen erst einmal jemand nachmachen. Im vierten Cut namens ‚Beneath Broken Silence’ lassen sie beispielsweise mit einem astreinen filigranen Metalsolo aufhorchen nur um sich im nächsten Song ‚Drama Effects’ gleich wieder dermaßen kompromisslos an Grindriffs zu bedienen, dass einem die Kinnlade runter kippt.

Generell kann man sagen, dass auf dieser 8 Track EP kein einziger Ausfall oder Füller zu finden ist und man sich das Teil ohne Bedenken ins Regal stellen kann. Als kleinen Minuspunkt könnte man jedoch anmerken, dass das finale ‚In Course Of Greed / When The Whole Thing Comes Crashing Down’ doch ein bisschen künstlich und nervig auf 11 Minuten ausgedehnt wurde, doch ansonsten ist dieses Stück Musik eine runde Sache und auf jeden Fall empfehlenswert.

Martin Reiter