Reviews

Girl / Lost MCD

Label: Virgin Music (2006)

Liebesbardin Anouk kündigt ihr kommendes Album mit einer zweifachen Singleauskopplung an. Der niederländische Star, der mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde, kommt mit „Hotel New York“ zu seinem sechsten Longplayer, der anders als seine Vorgänger ist. Genau deshalb wurde eine Doppelsingle vorausgeschickt, denn das neue Album soll so vielseitig sein, dass ein Song alleine einen falschen Eindruck machen würde. Mal sehn ob die zwei Originalsongs und die akustischen Liveversionen einen Querschnitt bieten oder gleich klingen…

Das erste Stück ‚Girl’ geht Richtung Rock’n’Roll und erinnert irgendwie an Werke von Pink (‚Trouble’ als bestes Beispiel), auch wenn das Tempo bei Anouk wesentlich gemächlicher ist. Textlich ist die Darbietung etwas verschwommen, denn einen direkten, leicht zu verstehenden Sinn ergibt der lyrische Erguss der Holländerin, im Gegensatz zu manch anderem Künstler, nicht. Interpretierbarkeit scheint eine der Stärken der Schmusevocalistin mit der kräftigen Stimme zu sein, auch wenn das große Thema immer das gleiche bleibt: Liebe. Auch das zweite Stück ‚Lost’ dreht sich darum, ist aber alles andere als rockig, denn es ist eine Akustikballade Marke Kuschelpop. Es erinnert von der Stimme her ein wenig an Anastacia ist aber bei weitem nicht so basslastig in der Stimme. Zum Träumen und Schmusen ist der Titel perfekt, obwohl er an mancher Stelle etwas traurig wirkt. Der Unterschied zwischen den beiden Versionen ist bei ‚Lost’ äußerst marginal, da es von sich aus schon akustisch angelegt ist. Bei ‚Girl’ liegt der Fall völlig anders, hier kommt die Livestimmung deutlicher rüber und der Song bekommt einen beschwingteren Touch.

Beide (vermuteten) Extreme des neuen Albums werden klar abgedeckt. Ganz gut was da auf der Single ist, jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Album mehr Richtung ‚Girl’ geht, denn sonst wird das eine viel zu ruhige Sache.

Winfried Bulach






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