Reviews

Under A Stone With No Inscription

Label: Rough Trade Distribution (2004)

Nach einem sich aus der Masse der Intros abhebenden Intro - also kein klassisch angehauchter mit Mönchschorälen versehenem Einstieg in die Hörerlandschaft erst einmal in Sicherheit zu wiegen - starten Anata mit einer Anhäufung von Tönen. Bei genauerem hinhören stellt man fest, dass der Leadgitarrist einem mit seiner Frickelkunst Bekanntschaft machen lässt, sprich er zeigt einem recht eindeutig wie viele Bünde eine E-Gitarre haben kann. Des Weiteren ist dieses „Intro“ als Intro für den ersten Song ‚Shakled To Guilt’ zu sehen, nicht als Intro für das ganze Album. Schon hier stellen die Jungs den ersten Beweis ihrer Individualität unter Beweis, es werden keine bereits beschrittenen Wege gegangen. Den nächsten Beweis erbringen sie in dem sie sich gleich zwei Herrschaften für die Vocalparts leisten: Federik Schalin, der nebenbei auch noch die Gitarre zupft, als Lead Vocals und Andreas Allenmark als zweiten Vocalist, der ebenfalls eine Gitarre zupft. Folglich fehlen nur noch der Bass und die Person die als Fellgerber bezeichnet werden könnte, hier sind sie: Hendrik Drake (b) und Conny Pettersson (d). Musikalisch soll es Prog Deathmetal sein. Diese Bezeichnung ist für meinen Geschmack etwas überstürzt in das Rennen geschickt worden. Gewiss sie haben ihre Midtempoparts, die auch gitarrenlastig sind, aber deshalb gleich den eher difarmierenden Ausdruck „Prog“ zu nehmen finde ich übertrieben. Würden dies Maßstäbe bei jeder Death-Combo angesetzt werden würde es kaum noch „glasklare“ Deathmetal Bands geben. An dieser Stelle möchte ich nur an Kataklysm und vor allem an Morbid Angel erinnern. Das hier zelebrierte ist für mich Deathmetal mit den klassenüblichen Midtempoparts sowie einem Schuss Doom. Innovatives Schlagzeugspiel, zwei divergente Vocals, eine treibende Leadgitarre und eine blastige Rhythmgitarre. Zur Lauschprobe, um das eben gelesene zu überprüfen, würde ich ‚Entropy Within’, ‚Built On Sand’ oder The Drowning’ empfehlen.

Anata kann als Synonym für Aggressivität, Brutalität, Urgewallt und als frischen Wind in der Deathmetal Liga genommen werden. Diese Platte zeichnet sich durch ihre Individualität aus. Leute aufgepasst, hier marschiert eine Band mit großen Schritten dem Olymp des Deathmetals entgegen. Mein Tipp: Diese Platte hat einen Platz in eurem CD-Regal verdient!

Carsten Rothe