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Precious Time

Label: Bob Media (2006)

Aim wurde 2001 gegründet und man hatte auch gleich ein zum Bandnamen passendes Motto: Wenn man ein klares Ziel vor Augen hat, sollte man dies auch konsequent verfolgen. Ein Jahr nach der Entstehung der Band hat man gleich ein Mini-Album aufgenommen, um erste Kritiken als Feedback für die weitere musikalische Gestaltung zu erhalten. Mit den erhaltenen Fachmeinungen ging man ins Studio und arbeitete volle eineinhalb Jahre am richtigen Debüt, das über die volle Albendistanz gehen sollte. Nun ist es soweit, was lange währt, währt endlich gut, jedenfalls lässt die lange Arbeitszeit dies vermuten, und „Precious Time“ erblickt das Licht der Welt.

Sehr poppig, locker und extrem eingängig präsentiert die Band sich beim Opener ‚Rock'n'Roll Star’. Der Refrain kann schon nach dem ersten Mal getrost mitgesungen werden, denn der Text ist einfach und die Melodie ist sehr intuitiv. Das eingebaute Keyboard gibt dem Stück den letzten Schliff und macht es zu einem potentiellen Radiohit. Danach wird es ein wenig gemächlicher und auch langweiliger, denn nach so einem Brenner kann man einfach keine so langsame Ballade bringen. Wer denkt, damit hat man einen Moment der Schwäche überstanden, dem muss leider gesagt werden, dass er sich irrt. Das nächste flotte Stück ist ‚Why Don’t You’ und bis dahin muss man eine längere balladeske Durststrecke überwinden. ‚Naked Together’ ist ebenfalls ein sehr fröhliches und zum ersten Eindruck passendes Werk, was wieder an Keyboard und den Backing Vocals liegt, die das Trommelfell umschmeicheln. Obwohl ‚Die For You’, wie viele der andern Stücke nicht gerade schnell ist, packt es den Hörer bei den Emotionen und schüttelt ihn kräftig durch. Man muss dabei an manchen Titel von Evanescence denken, der ebenfalls so emotional beeinflussend ist. Die Platte endet wie sie sich zum größten Teil präsentiert hat: Langsam.

Man darf sich nicht auf den ersten Eindruck verlassen, denn der ist ausnehmend gut, nur was danach kommt ist einfach zu schwach, um überzeugen zu können. Wenn Aim sich zum Ziel macht, mehr fröhliche Musik zu produzieren, könnte die nächste Platte ein Knaller werden, leider ist „Precious Time“, abgesehen von einigen Ausnahmen, das nicht.

Winfried Bulach






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