Reviews

Order Of The Illuminati

Label: Scarlet Records (2003)

Einige Bands aus den glorreichen 80ern sind scheinbar nicht tot zu kriegen. Immer wieder erscheinen sie auf der Bühne des Metals. Es gibt aber auch Fans, die dann laut aufschreien, mit Dingen wie Ausverkauf, Kommerz usw. Wie dies beim letzten Album von Agent Steel 1999 („Omega Conspiracy“) aussah, kann ich nicht beurteilen, da dieses Teil seinerzeit an mir vorbeigerauscht ist. Die Glanzleistungen aus den vergangenen Tagen sind allerdings sehr hörenswert, das waren Sternstunden des Speed Metals.

Das neue Teil hört auf den Namen „Order Of The Illuminati“ und bietet genau das, was der geneigte Fan erwarten konnte: Power Speed Metal. Falls jemand die Band noch nicht kennen sollte, ich würde sie als eine Mischung zwischen Iced Earth und Flotsam And Jetsam sowie hohem Gesang bezeichnen. Melodien werden gekonnt mit harten, zum Bangen animierenden Riffs gemischt und die Stimme von Bruce Hall setzt gekonnt die Spitzen darauf. Anfangs musste ich mich, der ja eher auf geschrienes, gegrunztes und gehacktes Ohrenfutter steht, doch etwas darauf einstellen, doch der Mann hat seine Qualitäten. Gleiches gilt eigentlich auch für den Rest der Band. Die Gitarren zaubern pro Song mindestens ein Killerriff aus dem Ärmel und die Soli sind einfach herrlich gut integriert. Der Bass ist gut zu hören, setzt Akzente, darf sogar einmal ein Solo spielen (‚Dance Of St. Vitus’). Das Schlagzeug drückt den Rest dann nur noch nach vorne zu Songs wie ‚Ten Fists Of Nations’ oder ‚Insurrection’. Allerdings muss bemerkt werden, dass es Zeit erfordert, sich in die einzelnen Songs hinein zu hören, da diese nicht nur (aber auch) auf Eingängigkeit und coole Refrains setzen, sondern auch Spielereien beinhalten die sich erst nach mehreren Durchläufen erschließen, hier sei als Beispiel das göttliche Instrumental ‚Kontrol’ genannt. Als weiterer Anspieltipp sei noch ‚Apocalypse’ genannt, einfach nur die erste Minute hören und ihr wisst warum dieses Album gut ist.

Agent Steel legen ein sehr ordentliches Album vor, das mich trotz der hohen Stimme des Sängers voll überzeugt. In den 53 Minuten Spielzeit sind kaum Längen vorhanden, zudem gibt es ein schönes Cover sowie Titel, die auf interessante Texte schließen lassen. Jeder Fan genannter Stilrichtungen sollte reinhören, da hier ein schönes Brett Metal geboten wird, dass einfach ehrlich klingt. Außerdem sollte man sich die Band auch auf der Tour im Herbst zusammen mit Exodus und Nuclear Assault ansehen.

Christian Kremp






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