Reviews

The Vermin Breed

Label: Dockyard1 (2005)

Die Belgier After All sind schon eine ganze Zeit im Geschäft, ohne bisher jedoch den Sprung ganz nach oben geschafft zu haben. Dafür war das Material nicht eigenständig genug. Meine Wenigkeit besah sich die Truppe vor zwei Jahren auf der Tour zusammen mit Anthrax, wo die Herren zwar gefällig, aber nicht gerade wahnsinnig spielten. Ein Aufwärmer eben.

Die fünfte LP (ist auch als LP mit anderem Cover von Chris Verwimp veröffentlicht) steht jetzt mit „The Vermin Breed“ in den Regalen und sie ist gar nicht mal übel geworden. Das Material überzeugt zwar nicht völlig und braucht auch ein wenig, dennoch hat die Band durchaus ihre Stärken. Der Stil ist relativ variabel, grundsätzlich jedoch im Thrash Metal verwurzelt. Hinzu kommen einige Anleihen aus dem Heavy Bereich, gerade bei den Gitarren. Etwas Doom und ein bisserl Death machen den Cocktail aus Plastik perfekt. Der Gesang ist meist erdig rau, zeigt keine Death- oder Black-Anfälle, zudem haben sich einige klare Passagen und rockige Parts eingeschlichen. Das gesamte Material zeigt zudem eine coole Achtziger Attitüde, mit Metallica Appeal im Besonderen. Dass die Jungs nun schon einige Zeit im Geschäft sind, zeigt besonders die Gitarrenfraktion, die einige richtig gute Riffs geschrieben hat, gerade der Zweisitzer am Anfang ‚Forgotten‘ und ‚Maze Of Beeing‘ sind Riffknaller vor dem Herren, die live einige Rüben abschrauben sollten. Zudem besinnt man sich, siehe Einflüsse, auf ein abwechslungsreiches Songwriting, was sich besonders in den verschiedenen Geschwindigkeiten der einzelnen Tracks zeigt. Veredelt wurde die Chose in Berlin bei einem Herrn Harris Johns, dessen Name wohl keiner Erklärung bedarf. Er hat passend zu seinem Ruf einen druckvollen und dennoch oldschooligen Sound zusammengezimmert, der After All gut zu Gesicht steht. Die einzige Schwäche des Albums ist die am Ende hin abnehmende Qualität, die dem positiven Eindruck nach der Hälfte der Songs etwas trübt. Lohnen tut sich die Scheibe für Thrash- und Achtzigerfans trotzdem, wer dann noch den Film „Clerks“ von Kevin Smith aus den Neunzigern gesehen hat (der erste mit Jay und Silent Bob) wird sich, ob des kurzen Bonustracks, auch ein Grinsen nicht verkneifen können. Durchaus hörenswert.

Christian Kremp






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