Reviews

Nuctemeron Descent

Label: Osmose Productions (2003)

Manchmal ersticke ich im Selbstmitleid. Gerade jetzt ist es wieder soweit. Da hat man so eine coole, große Plattensammlung mit (fast) allem was das Herz begehrt, hat alles greifbar nahe, müsste nur zum Ständer oder der passenden Kiste gehen und einlegen, doch was muss man tun? Eine CD besprechen die nicht den Hauch einer Faszination ausübt.

Abominator aus Australien fällt leider genau in diese Kategorie an Bands. Die Australier knüppeln fast ohne Unterlass. Blastbeat an Blastbeat gereiht, rasende Gitarre an rasende Gitarre. Das Gefühl einen Song interessant zu gestalten geht den Herren völlig ab. In einigen Songfragmenten zügelt man die Pferde etwas, und Überraschung es klingt gar nicht so schlecht. Meistens wird man während der 45 Minuten jedoch überrollt von einem Dampfzug. Gelegentlich steigt dann doch ein kleiner Stern auf, denn gerade die (Black) Gitarren sind nicht übel, sirren sehr schön. Haben im gut produzierten Restlärm jedoch keine Chance. Ich kann die Songs einfach überhaupt nicht auseinander halten, klingt immer gleich. Sollte diese Band jemals eine Tour spielen werde ich hingehen, denn ich will sehen wie man diese Songs in überschaubarem Livesound präsentieren will. Meiner Meinung nach völlig unmöglich. Wer die australischen Kameraden von Bestial Warlust mag, könnte auch hier sein Happa-Happa finden. Ansonsten empfehle ich dieses Album nur Leuten, die sich auch für den Herrn der Ringe einen Metalsoundtrack gewünscht hätten und morgens zum Frühstück gerne rohes Huhn essen. Eventuell Evil-langweilig.

Christian Kremp






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