Reviews

Confusion Bay

Label: Nuclear Blast (2004)

Jeder kennt das: Sobald eine der Lieblingsbands ein neues Album herausbringt, fiebert man ungeduldig auf das Erscheinungsdatum hin und kann es kaum abwarten, dass neue Teil in den CD-Player zu werfen. Dann gibt es aber auch noch die andere Seite. Releases von Bands, die einem bis dato unbekannt waren und sich im Nachhinein als wahre Juwelen herausstellen. Hier haben wir solch ein Exemplar, Raunchy aus Dänemark. Die Band verbrachte 6 Jahre im Underground, ehe man im Jahre 2000 mit den Arbeiten zum Debutalbum „Velvet Noise“ begann, welches 2002 veröffentlicht wurde. Es folgten Gigs bei den großen deutschen Festivals (Summer Breeze und WOA), nun setzt man mit der zweiten Scheibe „Confusion Bay“ zum großen Wurf an.

Laut Promo Zettel spielen die Jungs Futuristic Hybrid Metal! Alles klar? Mitnichten. Die erste Hörprobe macht aber schnell deutlich, wo der Hase langläuft. Die Songs sind allesamt sehr thrashlastig ausgefallen (Fear Factory lassen grüßen) aber Raunchy sind weder eine Kopie der genannten Combo noch legen sie ihren Focus ausschließlich auf die besagte musikalische Zielgruppe. Der Sound klingt teils extrem modern, die Band arbeitet des öfteren mit Synthies (zumeist bei den Intros), die Keys lockern den unheimlich straight ausgefallenen Sound ein wenig auf und geben den Stücken ihre eigene Note. Die Gitarren lassen es durchweg gehörig krachen, fast jeder Track wird von Killerriffs umgeben, zudem beeindrucken die Jungs durch ein gehöriges Maß an großem Spielverständnis. Ein Extralob geht hierbei an Drummer Morten Toft Hansen, der sich mit Sicherheit nicht über zu wenig Einsatzzeit beklagen dürfte. Die Basedrum vibrierrt non stopp in höchstem Tempo, ohne jedoch Takt und Rhythmus zu vernachläßigen. Um die Vorzüge des Fünfers komplett zu machen, muss natürlich auch Frontmann Lars Vognstrup erwähnt werden. Genauso wie die Musik der Band kann auch er nicht in eine Schublade gesteckt werden. Seine Vocals reichen von aggressiven Screams über melancholische Züge bis hin zu melodischen Asuflügen in Pop Sphären. Im Chorus sind durchaus Ähnlichkeiten zu Linkin Park zu erkennen. Genial klingt das natürlich, wenn unterschiedliche Stimmlagen übereinander gelegt werden, wie bei dem Song ,Summer Of Overload’ geschehen. Neben den astreinen Genickbrechern wie ,Join The Scene’ oder ,Insane’ haben die Dänen auch depressivere Stücke à la EverEve (,The Devil), der Titeltrack klingt unheimlich eingängig während ,9-5’ durch geniale Breaks im Mittelpart das Mördertempo zuweilen herunter schraubt. Ein Ausfall ist auf dieser Scheibe nicht zu verzeichnen was für eine 2. Scheibe nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist.

Wer sich mal nach einem harten Tag so richtig abreagieren möchte, sollte sich mit diesem Album in einem Zimmer einschließen, nach einer Stunde Dauerbangen fühlt man sich bereits wesentlich besser. Killer!

Oliver Bender






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