Reviews

Shadowmaker

Label: Steamhammer (2012)

Soso, wieder einmal ist ein Rücktritt vom Rücktritt zu verzeichnen. Rock'n'Rolf hat sein altes Piratenschiff Running Wild mal wieder aus dem Trockendock geholt und generalüberholen lassen. Mit neuem Smutje und neuem Steuermann macht er sich mal wieder auf, die metallischen Meere um einige spanische Galeonen zu erleichtern. Wie gelingt ihm das? Nachdem, die letzten Studioscheiben nicht unbedingt zur Euphorie Anlass gegeben hatten und sich darüber hinaus eine mehr als leidige Drumcomputer oder nicht-Debatte zwischen dem Kapitän und einer weit verbreiteten Metal-Gazette entsponnen hatte, war kaum noch ein Grund erkennbar, warum man das leckgeschlagene Schiff noch einmal auf Kurs bringen sollte.

Rock'n'Rolf hat die Pause genutzt, um einige gute Songs zu schreiben, die natürlich nicht die Klassiker "Gates...", "Pile..." oder "Under Jolly Roger" erreichen, die aber zumindest Hoffnung machen, dass es wieder besser weitergehen könnte als vor dem Split. Es geht ein wenig getragener, rockiger und weniger metallisch zur Sache als früher, aber das muss ja kein schlechtes Zeichen sein. Ich höre jetzt schon wieder die Lästerer, die sich die Frage erlauben, ob eine gute aber nicht geniale Scheibe, Grund genug dafür ist, einen Bandnamen wieder zu exhumieren. Ich antworte darauf mit einem beherzten "Warum nicht?" Solange Rolf und seine Mannen Spaß an dem haben was sie tun, dürfen sie das jederzeit auch machen. Und immerhin ist "Shadowmaker" die beste Platte mindestens seit "Victory". Und das ist immerhin schon was, oder?

Frank Scheuermann






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