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Neutralized

Label: Ascendance Records (2009)

Vor sieben Jahren hat Kollege Carsten das Erstlingswerk der Norweger als Meisterwerk tituliert. Seit damals ist einiges geschehen im Hause Ram-Zet. Man hat sich mittlerweile zu einer recht stabilen Gothic Metal Formation mit progressiven und avantgardistischen Zügen gemausert. Und das macht durchaus Freude. Die psychotischen Momente, die es früher gab, haben sich weitgehend verflüchtig, auch wenn der männliche Gesang zuweilen immer noch bedrohlich aus den Boxen gewabert kommt.

Dafür hat allerdings der melodische Sektor mit den weiblichen Stimmen erheblich zugelegt. Die symphonischen Elemente und der gelegentlich zu helloween'schen Chören neigende Aufbau lassen jedoch insgesamt deutlich differenziertere Beobachtungen zu. Auch die an geeigneten Stellen eingebauten Jazzzitate (vor allem auf einer großartig klingenden Gitarre vorgetragen) lassen den Kenner mit der Zunge schnalzen.

Unter allen Umständen ist diese Scheibe, die mit drei Songs im Bereich 10 Minuten plus zusätzlich zu punkten weiß, Freunden anspruchsvoller metallischer Klänge ans Herz zu legen. Zum nebenbei Hören gibt es durchaus geeignetere Bands als Ram-Zet. Aber das weiß man ja auch schon seit Jahren.

Frank Scheuermann






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