Reviews

Rebel Meets Rebel

Label: Locomotive Music (2007)

Schon längere Zeit haben sich Gerüchte über die letzten Aufnahmen von Dimebag Darrell gehalten, aber die CD war jahrelang nur als schweineteurer Import aus George W.-Land zu haben. Nun können wir alten Europäer uns endlich auch ein Bild von der Kollaboration der Pantera-Instrumentalisten mit der Country Legende David Allan Coe machen. Der Erstkontakt fiel vergleichsweise wenig begeistert aus, waren meine Erwartungen doch eher in Richtung Southern Rock der Molly Hatchet oder frühen Blackfoot Schule gestrickt. Stattdessen bekommt man echtes Country-Gefiedel, Westerngitarren oder Honky Tonk Geklimper im Saloonstil mit fett unterlegtem Heavy-Riffing im Geiste von Pantera. Natürlich bestehen durchaus Ähnlichkeiten zu anderen Konföderiertentruppen. Aber alles wirkt irgendwie anders...Dazu ein Gesangsstil, der direkt aus Nashville zu kommen scheint. Ich kann mir trotzdem gut vorstellen, dass die Songs so manches Bikerfestival bereichern können. Auch meine Stimmung steigt von Durchlauf zu Durchlauf. So kann ich nur jedem empfehlen, dass er sich im Plattenladen seines Vertrauens nicht nur einen Durchlauf vor dem Erwerb gönnt, sondern deren mindestens drei.

Nach einer gewissen Zeit verschmelzen die Songs, die zunächst etwas gewöhnungsbedürftig scheinen zu einem harmonischen Ganzen. Ganz nebenbei sei bemerkt, dass die Gitarrenarbeit (natürlich) wieder auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist. Wer Lust hat, der kann sich auch mal die zuweilen recht witzigen Texte reinziehen ("Cowboys do more dope than Rock'n'Rollers!). Bleibt festzuhalten, dass der Titel der ersten Pantera-Scheibe auch auf diese CD gepasst hätte ("Cowboys From Hell")!

Frank Scheuermann 






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