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Eyes Of Eternity

Label: Massacre Records (2003)

Roy Z. ist irgendwie schon ein Phänomen; alles, was der Mann anfasst, verwandelt sich buchstäblich zu Gold. Erst hat er den Herren Dickinson und Halford den Rückweg zum Metal gewiesen (und – unterbewusst oder nicht – dafür gesorgt, dass die beiden mal wieder ein ernstes Wörtchen mit ihren alten Arbeitgebern reden; Maiden sind fast wieder so erfolgreich wie früher, und dass Halford den armen Ripper Owens abgelöst hat, sollte mittlerweile auch kein Gerücht mehr sein), hat einer Band wie Helloween zeitweise das Kindergeburtstags-Image genommen (siehe beispielsweise das eher düstere „The Dark Ride“) etc. etc. Außerdem hat er den neuen Output des u.a. ex-Impellitteri-Frontmannes Rob Rock „Eyes Of Eternity“ produktionstechnisch vergoldet und mitkomponiert.

Um es gleich vorwegzunehmen, das kreative Teamwork hat sich mehr als gelohnt! Was Rob und seine „Rage of Creation“ Rick Renstrom (guit.), Bob Rossi (guit.), Stephen Elder (bass) und Tracy Shell (dr.) sowie die Studio-Sidekicks Reynold Carlson (dr.), Ray Burke (bass), der italienische Keyboard-Wizard Mistheria, sowie natürlich Roy Z auf „Eyes Of Eternity“ abliefern, lässt das Metallerherz im Dreieck springen. Melodisch, aber meist immer schön auf die Mütze, und das alles garniert von den für Roy Z typischen modernen runtergestimmten Brat-Gitarren, die allerdings eher für die klampfentechnische Abwechslung sorgen, anstatt zu dominieren. Auch die Keyboards halten sich schön im Hintergrund und überlassen den Gitarren den nötigen Freiraum, um Killersongs wie ‚Rock The Earth’, ‚Stranglehold’, ‚Eyes Of Eternity’ und dem modernen ‚Conqueror´s Hymn’ die richtige Heavyness zu verleihen.

Leider flacht der Silberteller gegen Ende etwas ab, was an den im Vergleich zu den Vorgängertracks etwas durchschnittlichen Songs ‚Fields Of Fire’ und ‚You Know’ liegt, die aber den Weg zum eigentlichen Highlight ‚dem zwölfminütigen The Hour Of Dawn’ ebnen. Nicht weniger als 15 Gastmusiker, darunter Dream Evil-Guitar Hero Gus G., Sinner´s Tom Naumann, Seven Witches-Mastermind und ex-Savatage-Klampfer Jack Frost, Carljohan Grimmark und der mächtige Axel Rudi Pell geben sich hier die Ehre und zünden ein musikalisches Feuerwerk, das seinesgleichen sucht! Was nach knapp 8 Minuten in dem Song abgeht, ist echt nicht mehr von dieser Welt; die Gitarren und das Keyboard schießen aus allen Rohren, ein musikalisches Feuergefecht jagt das nächste, alle duellieren sich bis zur Extase…der absolute Wahnsinn!!!

Übrigens ist dieses musikalische Juwel in ein erstklassiges Cover gehüllt, das den Gesamteindruck des Werkes perfekt abrundet. Somit gibt’s nur noch ein Wort zu sagen: Kaufen!

Michael Meyer






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