Reviews

Basement Stories

Label: NK Rock City Records (2006)

Indie Rock oder Emo, das ist hier die Frage. Die Band hat sich für Ersteres entschieden, da sie sich unter dem großen Dach des Indie Rock viel wohler fühlen als in der Schublade des Emo. Dennoch passen sie dort viel besser hinein. Immer zwischen den Genres bewegen, so lautet die Devise, ganz im Stile ihres Alters welches zwischen jungen Helden und Altrockern liegt. Die Truppe hat schon drei Platten auf den Markt geworfen und existiert mittlerweile schon mehr als eine halbe Dekade, dennoch lässt der Durchbruch auf sich warten, mal sehen ob Basement Stories das Potenzial hat diesen Missstand zu ändern…

Nach dem Opener, welcher gleichzeitig auch der Titeltrack des Albums ist kann man sich immer noch entscheiden welchen Stil Reminder spielt, denn für Emo sind sie zu rockig und für Rock sind sie zu emotionell. Die Gitarrenläufe und der Gesang können in jedem Fall überzeugen und auch das Gitarrenzwischenspiel in ‚Basement Stories’ kann einem gut gefallen. Auch wenn nicht jeder Titel so Energie geladen und flott ist wie der erste, so können auch langsamere Songs wie ‚So Broken’ sich ins Gehör des Konsumenten bohren. Hier punktet die Gruppe vor allem durch die gefühlvollen Vocals, die sich natürlich um Thema Nummer 1 im Musikbusiness drehen. Dass sich emotionelle Musik zwangsläufig nur mit diesem Thema beschäftigen muss, ist ein Vorurteil. ‚Classic Class Wars’ ist ein gesellschaftskritischer Titel, der sich um die Klassenunterschiede und die Ausbeutung der Armen durch die Ökonomie dreht. Es schwingt der bedauerliche Ton mit, dies nicht ändern zu können, was mit dem gefühlsbetonten Gesang nochmals bestärkt wird. Die Jungs sind nicht nur des Englischen, sondern auch des Deutschen mächtig, was im letzten Werk bewiesen wird. Man wird erinnert an Stücke von Kettcar, die einen ähnlichen Tonfall und ein ähnliches Songwriting besitzen. Das ist positiv zu sehen, denn so zeigen Reminder ihr gesamtes Talent und ihr breites Spektrum.

Die Scheibe ist gut und kann auch über längere Zeit unterhalten. Nicht nur Emo-, sondern auch Rockfans die es nicht so hart mögen sollten mal reinschnuppern.

Winfried Bulach






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