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Favorite Noise

Label: Jive Records (2002)

Reel Big Fish kommen aus dem sonnigen Kalifornien und genau diese Stimmung übertragen sie mit ihrem Best Of Album „Favorite Noise“ auf den Zuhörer. Einprägsame Refrains, rockige Riffs, Off-Beats und gute Laune pur, so könnte man diesen Silberling kurz und knapp umschreiben, aber man möchte ja mehr von der Songauswahl, den Stil, etc. erfahren, also fangen wir mal an…

Wie es sich für eine Best Of Scheibe gehört enthält dieser Silberling 16 absolut geniale Ska-Songs, die das bisherige Schaffen der sechs Kalifornischen Jungs perfekt widerspiegelt. Den Anfang macht ‚Everything Sucks’, der Titeltrack von ihrem ersten Longplayer. Guter Einstieg, denn der Song beginnt mit Off-Beat-Parts gefolgt von einem typischen Skacore Chorus á la Mad Caddies. ‚I Want Your Girlfriend To Be My Girlfriend Too’ ist der nächste Ska-Knaller mit gelegentlichen Rock-Einlagen und Tempowechsel en masse. Was gehört bei einer Ska(core) Band noch zum guten Ton? Natürlich ein total bekifft klingender Reggae Song. Eben diesen haben Reel Big Fish mit ‚S.R.’ eingespielt, leider ist der Song viel zu schnell vorbei (1.26 Minuten). Bei ‚Somebody Hates Me’ kommen klassische Rock und Pop Parts zum Vorschein, die Trompeten-Parts bei den Strophen klingen stark nach dem alten Phil Collins Zeug und der Chorus ist Rock in Reinkultur. Auf dem Album einen Favoriten zu wählen fällt mir schwer, denn ich schwanke immer zwischen den Tracks ‚She’s Famous Now’, ‚Beer’ und ‚I’ll Never Be’. Ersterer ist ein absolut genial rockiger Mitgröhler. ‚Beer’ besticht dadurch, dass sich Gitarre und Bass die Melodyline teilen, beim Verse zum Beispiel spielt die Gitarre Off-Beats und die Bassläufe sind genial herauszuhören, da sie ausnahmsweise mal im Vordergrund stehen. ‚I’ll Never Be’(…a Rock’n’Roll Star) stellt eine gelungene Mischung aus Jamaica-Style und Rock’n’Roll dar. Also am besten entscheidet ihr euch welches Stück euch am besten gefällt. Die meisten werden sich wohl für den letzten Song entscheiden, den Reel Big Fish Klassiker ‚Take On Me’. Kaum zu glauben, dass Sänger und Gitarrist Aaron gesanglich genauso hoch kommt wie A-Ha bei der Originalversion.

Angesichts der Tatsache, dass die Jungs musikalisch auf einem absolut hohen Niveau spielen und einen Ohrwurm nach dem anderen abliefern, wundert es mich doch ein wenig, dass Reel Big Fish hierzulande noch nicht so bekannt ist. Ein absolutes Muss für Ska / Reggae und Skacore Freaks. Also vergesst die Frühjahrsmüdigkeit und zieht euch diese Scheibe rein, dann ist der kommende Sommer auf jeden Fall gerettet.

Nils Manegold






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