Reviews

Live In Belgium

Label: Frontiers Records (2006)

Dass mir nicht jede Veröffentlichung von Jim Peterik das Herz vor Freude übergehen lässt sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Pride Of Lions stellt da keine Ausnahme dar. In der Tat haben Jim Peterik und sein Juniorpartner Toby Hitchcock auf ihren bisherigen zwei Studioscheiben den einen oder anderen AOR-Klassiker abgeliefert. Aber bislang hat das ganze Projekt auf mich eher den Eindruck gemacht, dass es wieder einmal eine reine Studiogeschichte eines etablierten Producers und Songwriters sei. Und nun liegt in meinem Briefkasten das Dokument des letztjährigen Auftritts beim Lokerse Feesten in Belgien. Und da steht dann erstaunlicherweise die gleiche Band mit auf der Bühne, die schon die beiden Studioscheiben gespielt hat.

Die Songs der beiden Studioscheiben werden entsprechend handwerklich souverän feilgeboten, ergänzt durch ein paar weitere Klassiker aus der Feder Jim Peteriks, der gleichermaßen Keyboards und Rhythmusgitarre bedient und sogar zum Showdown mit Leadgitarrist Mike Aquino das Gitarrenduell bestehen darf. Der wichtigste Song für das Publikum ist natürlich Survivors ‚Eye Of The Tiger', das in einer "extended version" angeboten wird.

Die einzige Schwäche dieser Platte, die sonst ein Schmankerl für alle AOR-Fans wäre, besteht in dem hölzernen Stage Acting von Toby Hitchcock. Man sieht ihm sofort an, dass ihm der Aufenthalt im Tonstudio deutlich mehr Freude bereitet, als der auf der Bühne. Und das ist sehr schade! Insgesamt aber eine wertige Anschaffung für alle Freunde radiotauglicher Musik.

Anmerkungen:
1. Zur 2 CD Version:
Auf der ersten CD findet sich das komplette Konzert wieder, auf der zweiten befinden sich sieben neue oder aus dem Archiv stammende Studiosongs, die alle, der Peterikschen Tradition höchster Radiokompatibilität entsprechen.

2. Zur DVD Version:
Die DVD enthält neben dem kompletten Konzert einige nette Extras, so z.B. ein komplettes Special aus dem italienischen Fernsehen, mit Videoeinspielungen, unplugged im Fernsehstudio mit Peterik und Hitchcock. Dazu gesellt sich dann noch ein kommerzielles Video und fertig ist das AOR Paradies!

Frank Scheuermann