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Breakfast At 9PM

Label: Eigenproduktion (2006)

Prettygoodzero ist ein Quintett der rockigen Sorte. Sie waren fast 2 Jahre im Studio um ihr Erstwerk „Breakfast At 9PM“ auf einen Datenträger zu bannen. Sie wollten damit den Begriff massentaugliche Rockmusik definieren: Vielfältig, eingängig, aber niemals eintönig. Sie wollen sich dabei stets selbst neu erfinden und nutzen alle Mittel, um den Hörer zu erreichen. Dazu gehören neben treibenden Rhythmen auch, wie kann es anders sein, gefühlvolle Balladen. Stets im englischen Vokabular unterwegs, beschäftigt sich die Band neben Liebe und Nicht-Liebe noch mit dem Thema Aufbruch. Denn will die Band nun im Business schaffen und sich mit dem Debüt gleich etablieren.

Ein Intro, in Form von sanften Klängen über denen Nachrichtenmeldungen ihre Neuigkeiten überbringen, eröffnet ‚Breakfast At 9PM’. Insgesamt nimmt der Titel inklusive Einführung gut fünf Minuten in Anspruch, wird aber dennoch nicht langweilig. Nicht auf hart, sondern eher ein wenig auf poppig getrimmt, bietet der Song eine gewisse Kurzweil, was nicht zuletzt am eingängigen Refrain mit netter Hintergrundunterstützung und den ausschweifenden Gitarreneinsätzen liegt. Bei ‚Talents’ wird man stellenweise ein wenig an ‚Narcotic’ von Liquido erinnert, auch wenn das Stück viel fröhlicher ist als der einstige Charthit. Danach gibt es eine Ballade, wie sie jeder Rockstar schreiben würde: Ergreifend, gefühlvoll und dennoch nicht zu schmalzig. Es geht auf der Rockschiene weiter, bevor wieder die Balladen um sich greifen. Bei acht Tracks ist die Anzahl der Balladen ziemlich hoch gegriffen, da hätten die Männer wohl doch noch ein paar mehr Stücke aufnehmen sollen, die ihr Image als Rocktruppe unterstreichen. Doch da die Balladen ganz akzeptabel sind, lässt sich verschmerzen, das vielleicht drei Titel nicht als solche bezeichnet werden können. Obwohl die Truppe dem englischen verhaftet ist, hat sie ihrem letzten Track einen deutschen Namen gegeben. Wer jetzt denkt, dass hinter einer deutschen Bezeichnung auch deutscher Text steht, der hat daneben gegriffen, denn Prettygoodzero macht auch hier keine Ausnahme und bringt die Scheibe im Angelsächsischen zu Ende.

Die CD ist ganz akzeptabel, aber dafür, dass die Truppe fast zwei Jahre investiert hat, hätte man etwas mehr erwarten können. Freunden von poppigem Rock kann man „Breakfast At 9PM“ empfehlen, wer auf härtere Töne steht sollte lieber auf anderes Liedgut zurückgreifen.

Winfried Bulach