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Escapextacy

Label: Century Media (2003)

17 Jahre hatte Sentenced Frontmann Ville Laihiala die Gitarre bei Sentenced nicht angerührt und sich nur auf den Gesang bei den finnischen Gothic Metallern konzentriert, bis ihn Ende 2000 irgendetwas dazu gebracht hat, doch wieder seine Klampfe aus dem Schrank zu nehmen. Aus diesem Bedürfnis ist dann eine Band resultiert: Poisonblack. Gesangstechnisch aber steuert Ville nur die Backing Vocals der Band dazu, die Hauptaufgabe des Sängers liegt hierbei auf Charon-Frontmann J.P. Leppäluoto, den Ville auf der „Crimson“-Tour von Sentenced mit Charon als Support kennengelernt und der ihm als Sänger sofort zugesagt hat.

Musikalisch tendiert Poisonblack auch eindeutig zwischen Sentenced und Charon; dunkle Melodien, schwere Gitarren, verführender dunkler Gesang und ein schwerer basslastiger Sound sind die markanten Punkte auf dem Debütalbum „Espcapexstacy“. Das schöne an dem Album aber ist nicht nur, dass trotz der Erblast des Sounds von Sentenced und Charon ein eigener Sound auf der CD kreiert wurde. Sehr markante Passagen, die sofort in den Ohren hängen bleiben wie bei ‚Love Infernal’, dessen Refrain nach dem bedrückenden Vorspiel wie eine Befreiung erscheint genau wie bei ‚In Lust’. Auch ein frischer Sound mit Headbangerrhythmus wie bei ‚All Else Is Hollow’, eine wahre atmosphärische Orgie wie in ‚The Exciter’ oder das dunkelste Lied der CD ‚With Her I Die’ zeigen hohe Eigenständigkeit und Klasse. Sehr interessant ist auch der Rausschmeißer, der letzte Song des Albums, ‚The Kiss Of Death’, bei dem Sänger J.P. Leppäluoto anfangs komplett ohne Musik in das Lied einführt und wenn das vorher nicht schon bekannt war, man seine ganze Klasse als Sänger erkennen kann. Textlich ist das Album ausgerichtet auf „den Tanz mit den eigenen tiefsten Dämonen“, wie Ville die Lyrics beschreibt, Begierde, Leben, Tod, Sex und Abhängigkeit sind verwendete Themen, die auch genau diese Stimmungen erzeugen.

Nicht nur für Sentenced Fans sind Poisonblack ein absolutes Muss, da hier ein Ausrufezeichen im doch sehr abgegrasten Gothic-Metal Genre geschaffen wurde!

Thomas Schmitt






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