Reviews

Plexus

Label: Point Music (2004)

Das Metal auch in Brasilien erfolgeich seine Kreise zieht ist bekannt, mit Angra hat es zudem eine Auswahl aus dem Lande des Fußballweltmeisters geschafft, auch in Europa erfolgreich von sich reden zu machen. So weit sind Plexus noch lange nicht aber in ihrer Heimat haben die Jungs schon ein deutliches Ausrufezeichen hinterlassen. Mit dem selbstbetitelten Debüt versucht die Band nun auch in Europa Fuß zu fassen.

Nach mehreren Durchläufen der Platte wage ich es jedoch zu bezweifeln, ob die Euphoriewelle aus Brasilien auch auf uns überschweppt. Das Album klingt wie ein durchgehendes Wellental, Licht und Schatten wechseln sich durchgehend ab. Die Band favorisiert den tradiotionellen Heavy Metal, spielt jedoch nicht stur die selbe Linie, sondern hat auch einige progressive Züge und oftmals sehr viel melodische Elemente in ihrer Musik enthalten. Ich wäre sogar fast geneigt zu sagen, ein Schwerpunkt in Richtung Melodic Metal würde der Band besser zu Gesicht stehen, denn mit Tracks wie dem Opener ,Natural Born Leaders’ werden sie wohl niemanden hinter dem Zaun hervorlocken: Zu einfach gestrickt, ohne Charisma, ohne eigene Trademarks. ,Second Earth’ ist das schon wesentlich progressiver, vermag aber auch nicht zu überzeugen, irgendwie fehlt der rote Faden, gleiches gilt auch für das erneut härtere ,Written Rules’. Im Gegensatz dazu stehen jedoch auch starke Midtempo Hymnen wie ,Not A Chance’ sowie das Metallica beeinflußte ,Once In A Heart’ mit den Band auch mal ihr durchaus vorhandenes Gespür für eingängige Melodien beweist. Auch das Instrumental ,Ronin’ ist nicht von schlechten Eltern. So gesehen gibt es auch einige wirklich gute Stücke zu vermelden aber alles in allem regiert auch dem Album der Durchschnitt. Zudem finde ich die Produktion nicht gerade gelungen, vor allem das Schlagzeug hört sich an als ob es in der Garage nebenan aufgenommen wurde. Marcelo Martins ist mit Sicherheit nicht als Sänger auf Die Welt gekommen, dass merkt man ihm bei einigen Songs auch an.

Plexus sind die typische Undegroundband die zu früh einen Plattenvertrag bekommen hat. Potential ist durchaus da, mehr aber auch (noch) nicht.

Oliver Bender






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