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Different But The Same

Label: AFM Records (2002)

Aus Deutschland kommt diese Band und präsentiert hiermit wohl ihr Debütalbum (war nicht herauszufinden, ob schon mehr veröffentlicht war) bei AFM. ´Metal in the vein of early Metallica´ wollen die Jungs spielen, und völlig von der Hand zu weisen ist dies auch nicht. Thrash Metal nach amerikanischer Art ist zumindest musikalisch treffend. Allerdings scheinen mir Bands wie Death Angel (Act III) und Heathen eher geeignet die Musik des Vierers zu beschreiben. Schön harte, ohrwurmmäßige Rhythmen und Melodien lassen aufhorchen und gerade der Opener lässt hier auf eine Zeitreise in die späten 80er bis frühen 90er hoffen. Doch dann der zumindest auf das erste Ohr viel zu melodische Gesang, weich, kaum Schreie und oft hochmelodische, mehrstimmige Refrains verderben dem auf räudigen Thrash hoffenden Rezensenten zunächst einiges. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, der Mann kann auf seine Art singen, aber die Musik der Jungens ist um einiges härter.

Doch, wie bereits angedeutet, wird der Eindruck von Mal zu Mal besser und alles fügt sich zusammen: Knallige Produktion technisch fitte Musiker und eben der Gesang, der zwischen (nicht erschrecken!) Nickelback und Herrn Hetfield anzusiedeln ist, machen das Album wirklich hörenswert. Die 9 Songs (+ Zwischenspiel von Victor Smolski + 1 Bonustrack) sind abwechslungsreich (mit ‚Open My World’ hat man einen fast chartkompatiblen Song) und strukturell gut durchdacht, insbesondere wissen ‚Time Of Lies’, ‚Bleeding’, ‚The Urge For More’ und ‚Our Century’ zu gefallen. Gerade diese überraschen trotz teilweise langer Spielzeiten immer wieder mit neuen Einfällen und werden nicht langweilig, was auch an netten Anleihen aus dem Speed und Heavybereich liegt.

Insgesamt ein überraschend starkes Album, das zwar noch verbesserungswürdig (bitte etwas härteren Gesang) nicht aber schlecht ist. Jeder Thrashfan sollte hier reinhören, denn diese Sparte braucht dringend Nachwuchs.

Christian Kremp